Rezension zu »Ich sehe was, was du nicht siehst«

www.amazon.de

Rezension von Werner Fuchs

Ein spannender und neuer Zugang zu meist bekannten Filmen

Es soll ja noch immer Kulturpessimisten geben, die behaupten, Schriftsteller und Filmemacher hätten keinen Einfluss auf das menschliche Verhalten. Daher kommt der Herausgeber dieser Aufsatzsammlung, Theo Piegler, in seiner Einleitung auch auf die mehrteilige Problemserie »Tod eines Schülers« zu sprechen, die das ZDF 1981 ausstrahlte und in Folge zu einer Reihe von Selbstmorden nach dem Filmmuster führten. Und Piegler verweist auch auf die Entdeckung der Spiegelneuronen, die das Phänomen des Imitierens auf neue Art erklären. Aber eigentlich geht es dem ehemaligen Chefarzt der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie an einem Hamburger Allgemeinkrankenhaus nicht darum, die Leser davon überzeugen zu wollen, Kunst könne etwas bewirken. Vielmehr möchte er einfach spannende Zugänge zu 13 bekannten Filmen ermöglichen, indem er diese psychoanalytisch betrachten lässt. Und als angenehmes Nebenprodukt erfahren wir auch viel über die Ansätze der modernen Psychoanalyse.

Da Filmliebhaber das Buch eventuelle eher erwerben, wenn sie wissen, welche ihrer Lieblingsfilme besprochen werden, zähle ich die ausgewählten Produktionen auf: Das Fenster zum Hof – Das verflixte 7. Jahr – Fanny und Alexander – Terminator – Mary Shelleys Frankenstein – Titanic – Das Fest – Billy Elliott. I Will Dance – Küss mich Tiger – Der Herr der Ringe – The Black Dahlia – Das Parfüm – Das Haus der schlafenden Schönen.

Mein Fazit: Filme aus psychoanalytischer Sicht zu betrachten, macht Spaß und ist ebenso unterhaltsam wie lehrreich. Voraussetzung ist allerdings, dass sich die Verfasser so verständlich und anschaulich ausdrücken können wie in dieser Sammlung von Theo Piegler. Es wäre schön, wenn diesem zweiten Band ein weiterer folgen würde.

www.amazon.de

zurück zum Titel