H. Müller-Braunschweig

Psychopathologie und Kreativität

Psyche, 1974, 28(7), 600-634

Cover Psychopathologie und Kreativität

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Verlag: Klett Cotta/Psychosozial-Verlag

Erschienen im Januar 1974

Bestell-Nr.: 53746

Die therapeutische Wirkung ästhetischer Kreativität beruht auf der symbolischen Vergegenständlichung (Kommunikation) des unbewußten Konfliktmaterials (mittels mehr oder weniger beherrschter künstlerischer Techniken). Die Ich-Funktionen (Denken, Sprache, Motorik) sind von Rückmeldeprozessen abhängig. Die Darstellung intrapsychischer Konflikte in einer Symbolwelt mit eigener ästhetischer Gesetzlichkeit überführt sie in die Domäne des Ichs, macht sie bearbeitbar. Im Prozeß der kontrollierenden Bearbeitung wird die Assimilation des Vergegenständlicht-Interpretierten möglich. Das kreative System scheint gegenüber pathologisch dissoziierten Subsystemen der gleichen Person relativ selbständig zu sein; es übernimmt zwar Probleme der Gesamtperson, kann sie aber auf einer neuen Ebene bewältigen. Isolierte und primitiv-rigide Ich-Systeme blockieren die Übergänge zwischen Bewußtem und Unbewußtem; ihnen ist der Ausweg zu produktiv-ästhetischer Verarbeitung intrapsychischer Spannungen verlegt.