Vera King

Anna, Irma und Dora - der Schlüssel zu den Müttern im Schöpfungsprozeß der Psychoanalyse

Psyche, 1995, 49(9-10), 838-866

Cover Anna, Irma und Dora - der Schlüssel zu den Müttern im Schöpfungsprozeß der Psychoanalyse

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Verlag: Klett Cotta/Psychosozial-Verlag

Erschienen im Januar 1995

Bestell-Nr.: 51587

Die Rolle von Frauen im Schöpfungsprozess der Psychoanalyse wird aus psychologiegeschichtlicher Perspektive erörtert. Einleitend wird darauf hingewiesen, dass die Psychoanalyse eine auf das Unbewusste bezogene schöpferische Strömung und eine konservative Gegenströmung, erkennbar an der psychoanalytischen Weiblichkeitstheorie, durchzieht. In der Analyse dieser Widersprüchlichkeit wird auf den Schöpfungsprozess der Psychoanalyse wie auch auf ihren Schöpfer selber zurückgegangen, und der Ursprungsmythos (Legende von Breuer und Anna O.), der Ursprungstraum (Irma-Traum) und die Ursprungsanalyse (Dora-Fall) werden einer genauen Betrachtung unterzogen. Dabei ergibt sich, dass S. Freud sich unbewusst weibliche Anteile einverleibt und sich selber - in unbewusster Identifizierung mit der Mutter der Urszene bei gleichzeitiger adoleszenter Regression und damit einhergehenden bisexuellen Größenphantasien - als ideale Frau und Empfangende imaginiert. Indem er sich die weibliche Potenz aneignet und das andere Geschlecht überflüssig macht, bleibt der Platz der Frau in der psychoanalytischen Weiblichkeitstheorie leer: Die Frau ist keine andere, sondern ein Mangelwesen, ein kastrierter Mann. Der phallische Monismus ist genuin verbunden mit adoleszenten bisexuellen Identifizierungen und Größenphantasien über das eigene Geschlecht, während die Geschlechterdifferenz nicht integriert und anerkannt werden kann. (c) Psyindex.de 2009 alle Rechte vorbehalten