Florian Hessel, Pradeep Chakkarath, Mischa Luy (Hg.)

Verschwörungsdenken

Zwischen Populärkultur und politischer Mobilisierung

Cover Verschwörungsdenken

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Buchreihe: Psyche und Gesellschaft

Verlag: Psychosozial-Verlag

344 Seiten, Broschur, 148 x 210 mm

1. Aufl. 2022

Erschienen im November 2022

ISBN-13: 978-3-8379-3173-0, Bestell-Nr.: 3173

DOI: https://doi.org/10.30820/9783837978711
»Verschwörungstheorien« haben Konjunktur – doch was liegt ihnen zugrunde? Verschwörungsdenken verweist auf eine ausgeprägte Bereitschaft, hinter verschiedensten Ereignissen verborgenes Wirken einer im Geheimen operierenden und übermächtigen Gruppe von Personen anzunehmen. Zugleich ist damit eine Wahrnehmungs- und Deutungskultur bezeichnet, in der sich Subjekte die Welt entsprechend aneignen, um eine weitgehend ohnmächtig erfahrene Realität strukturieren und erklären zu können. Als Mittel politischer Agitation haben Verschwörungsvorstellungen eine affektmobilisierende Wirkung, für das Individuum wiederum halten sie epistemische, soziale und emotionale Gratifikationen bereit.

Das Denken in »Verschwörungen« und sein Wirkungspotenzial in tatsächlichen wie vermeintlichen Krisen ist so als Symptom wie auch Katalysator gesellschaftlich-politischer Entwicklungen zu verstehen. Multidisziplinär gehen die Autor*innen dem Phänomen auf den Grund und entfalten eine kritische sozialpsychologisch und gesellschaftstheoretisch orientierte Aufklärung des Verschwörungsdenkens.

Mit Beiträgen von Rebekka Blum, Felix Brauner, Pradeep Chakkarath, Florian Eisheuer, Carolin Engels, Melanie Hermann, Florian Hessel, Frank Horzetzky, Martin Jay, Julian Kauk, Helene Kreysa, Alexey Levinson, Mischa Luy, Nora Feline Pösl, Jan Rathje, Felix Riedel, Sebastian Salzmann, Stefan R. Schweinberger, Stefan Vennmann, Anne Voigt, Hans-Jürgen Wirth und Deborah Wolf

Inhaltsverzeichnis

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Verschwörungsdenken: Zwischen Populärkultur und politischer Mobilisierung. Zu Semantik, Strukturen und Funktionen einer Wahrnehmungs- und Deutungskultur: Eine Einleitung
Florian Hessel, Mischa Luy & Pradeep Chakkarath

Elemente des Verschwörungsdenkens. Ein Essay
Florian Hessel

On the Spectrum: Verschwörungstheorien und Erklärungen
Martin Jay

Nichtklassische Konspirologie. Ein Essay
Alexey Levinson

»Vertraut mir, ihr solltet niemandem vertrauen«. Verschwörungsmentalität in der Coronakrise aus mentalisierungstheoretischer Perspektive
Felix Brauner

Politische Bildungsarbeit für eine »Gesellschaft der Mündigen«
Melanie Hermann, Florian Eisheuer & Jan Rathje

»Falsche Konkretheit« als politisches Instrument. Zu Franz L. Neumanns dialektischem Psychogramm
des Verschwörungsdenkens
Stefan Vennmann

Argwohn, Misstrauen, Verfolgungsängste: Verschwörungstheorien in der Coronakrise. Psychoanalytische und sozialpsychologische Überlegungen
Hans-Jürgen Wirth

Verschwörung, Wahnarbeit und schizophrene Wirklichkeit. Gruppenanalytische Behandlung während der Coronapandemie
Frank-Andreas Horzetzky

Das Verhältnis von Antifeminismus und Verschwörungsdenken. Antimoderne Krisenbearbeitung in der Coronapandemie
Rebekka Blum

Von Verschwörungsideologien, Vernetzungsstrategien und Vernichtungsphantasien. Digitale soziale Netzwerke, »alternative Heilmethoden« und Esoterik in der Covid-19-Pandemie
Nora Feline Pösl

Verschwörung audiovisuell gedacht. Alex Jones’ The 9/11 Chronicles
Deborah Wolf

#flattenthecurve. Wie begrenzen wir die Welle von Falschinformationen und Verschwörungserzählungen in digitalen sozialen Netzwerken?
Julian Kauk, Helene Kreysa, Anne Voigt & Stefan R. Schweinberger

»Und dann habe ich mir überlegt, warum hörst du denn nichts darüber?« Zum Zusammenhang
von Verschwörungsdenken und Preppen
Mischa Luy

Zur »alltäglichen« Integration und Mobilisierung von Verschwörungsideologien
Carolin Engels & Sebastian Salzmann

Moderne Hexereivorstellungen und Antisemitismus. Zwei Verschwörungsmythen im europäisch-westafrikanischen Vergleich
Felix Riedel

Rezensionen

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Humanistischer Pressedienst, 9. Januar 2023

Rezension von Armin Pfahl-Traughber

»In der Gesamtschau hat man es mit einer Sammlung interessanter Texte zu tun. Einige erschienen bereits in der Fachzeitschrift ›psychosozial‹ und wurden hier in überarbeiteter Form erneut gedruckt. Jeder Beitrag liefert für sich viele Detailerkenntnisse zum jeweiligen Thema, worin dann auch der dem Sammelband eigene Wert besteht…«