Martin Altmeyer

Im Spiegel des Anderen

Anwendungen einer relationalen Psychoanalyse

Cover Im Spiegel des Anderen

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Buchreihe: Psyche und Gesellschaft

Verlag: Psychosozial-Verlag

266 Seiten, Broschur, 148 x 210 mm

Erschienen im Oktober 2003

ISBN-13: 978-3-8980-6271-8, Bestell-Nr.: 271

Mit einem Vorwort von Daniel Cohn-Bendit

Unter dem Blickwinkel einer relationalen Psychoanalyse betrachtet Altmeyer Eigenheiten der globalisierten Gegenwartsgesellschaft: die identitätsstiftende Bedeutung der Medien, den heimlichen Utopiegehalt der Biotechnologie, den Inszenierungscharakter postmoderner Gewalt, die interkulturellen Botschaften des Terrorismus, die gesellschaftliche Bedeutung der 68er-Generation – und nicht zuletzt Veränderungen im zeitgenössischen Denken der Psychoanalyse selbst: ihre Wende zur Intersubjektivität.
Eine reflexiv gewordene Gesellschaft, so die Grundthese, bietet vielfältige Spiegel- und Resonanzräume, die für Prozesse der Identitätsbildung verwendet werden. Am narzisstischen Modus postmoderner Selbstfindung lässt sich freilich nicht nur eine Zeitdiagnose festmachen, sondern auch etwas über die intersubjektive Basis der Conditio humana erfahren: Das Selbst entsteht im Spiegel des Anderen.

Rezensionen

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Forum Kommune 6/05

Rezension von Evelyn Hanzig-Bätzing

»Altmeyers Formel für den Konstitutionsgrund postmoderner Identität lautet deshalb: »Ich werde gesehen, also bin ich.« Sie soll das Gegengift zum cartesianischen »cogito ergo sum« sein. Sie reformuliert jedoch nur – wahrscheinlich unbeabsichtigt – Descartes’ Abwertung von Andersseiendem, Unberechenbarem, Unbestimmbarem (durch das ›Primat‹ der »res cogitans« über die »res extensa«). Dies ist insofern der Fall, als Altmeyer den »identitätsstiftenden Austausch« mit dem Anderen in etwas »Drittem, den Medien«, begründet, durch die Anerkennung gestiftet wird. Damit wird den Medien das Primat zugesprochen, den Ort ›zwischen‹ dem Selbst und dem Anderen an besetzen und deren ›Beziehung‹ herzustellen. Es handelt sich bei einer solchen durch die Medien erzeugten Identität aber gerade nicht um eine selbstreflexive Identität des Menschen. Sondern vielmehr um eine, die dadurch entsteht, dass Anerkennung durch die Medien bloß ›fingiert‹ wird und dass Identität deshalb bloß als deren Reflex besteht. Und dadurch, dass Identität Reflex der Medien ist, kann sich das Subjekt auch nur in einer ebensolchen anderen Identität »spiegeln« und in diesem Sinne »austauschen«. Alles dem Medium gegenüber Andere ist darin ausgeschlossen, wird nicht anerkannt, weil nicht ›wieder‹erkannt. Eines trifft durchaus zu, dass wir in den »performativen Mustern zeitgenössischer, auf der Bühne der Öffentlichkeit vorgetragener Selbstkonzeptualisierungen ... etwas erfahren über die intersubjektive Genese des Selbst«. Aber nur ›ex negativo‹ – und nur so bestenfalls dadurch, dass wir in dieser Postmodernen Identität so etwas freilegen wie die »verdeckte Suche nach spiegelnder Anerkennung« der Andersheit und dadurch den medialen Narzissmus als das wahrnehmbar werden lassen, was er bewirkt: nämlich Subjektivität bloß noch als die Inszenierung des Selbst zu verstehen…« [mehr]