Jürgen Straub, Dilek Tepeli

Konflikt und Konfliktanalyse (PDF-E-Book)

Theoretische und terminologische Klärungen

Cover Konflikt und Konfliktanalyse (PDF-E-Book)

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20 Seiten, PDF-E-Book

Bestell-Nr.: 26708

DOI: https://doi.org/10.30820/0171-3434-2023-4-14
Der Begriff des »Konflikts« ist vieldeutig. Seine Definition ist stets eine kontingente, soziale Konstruktion. Er nimmt nicht nur in verschiedenen Disziplinen, in den diversen Feldern der interund transdisziplinären Konfliktforschung oder praktischen Konfliktberatung und -mediation eine jeweils unterschiedliche Bedeutung an. Seine Semantik ist von pragmatischen und epistemischen Kriterien abhängig. Zu den ersten gehören z.B. die jeweils beteiligten Akteur:innen (Individuen, Gruppen, Organisationen) und die Lebensbereiche, in denen der Streit ausgetragen wird. Auch die Frage, ob intrapsychische, interpersonale oder intergruppale Konflikte in eine lange Geschichte historischer Verletzungsverhältnisse eingebettet sind, gehört zu den pragmatischen Aspekten des Konfliktbegriffs. Zu den epistemischen Aspekten zählen z.B. die Fragen, welche wissenschaftlichen Beschreibungen und Erklärungen Konfliktanalysen anstreben; ob Konflikte als dyadische oder (mindestens) triadische Konstellationen aufgefasst werden; ob ihnen eine ausschließlich negative, destruktive Funktion für Personen, Gruppen und Gesellschaften oder auch eine positive, produktive und entwicklungsfördernde Funktion zugewiesen wird. Im Beitrag wird schließlich erörtert, welche Rolle Affekte und Emotionen für die Entstehung und Entwicklung von Konflikten spielen. Diesbezüglich werden Theorien, die diesen Gesichtspunkt marginalisieren oder vernachlässigen – wie etwa Lewis Cosers funktionalistische, rationalistische Konfliktsoziologie – von solchen unterschieden, die Gefühlen eine zentrale Bedeutung für die Konfliktanalyse einräumen.

Abstract:
The term »conflict« is ambiguous. Its definition is always a contingent social construction. Not only does it take on different meanings in different disciplines, in the diverse fields of interand transdisciplinary conflict research or practical conflict counselling and mediation. Its semantics depend on pragmatic and epistemic criteria. The first include, for example, the respective actors involved (individuals, groups, organisations) and the spheres of life in which the dispute is carried out. The question whether intrapsychic, interpersonal, or intergroup conflicts are embedded in a long history of violent relationships also belongs to the pragmatic aspects of the concept of conflict. The epistemic aspects include, for example, the questions which scientific descriptions and explanations conflict analyses strive for; whether conflicts are understood as dyadic or (at least) triadic constellations; whether they are assigned an exclusively negative, destructive function for persons, groups, and societies or also a positive, productive, and development-promoting function. Finally, the article discusses the role that affects and emotions play in the emergence, development, management, and resolution of conflicts. In this respect, theories that marginalise or neglect this point of view – such as Lewis Coser’s functionalist and rationalist sociology of conflict – are distinguished from those that give feelings a central importance for conflict analysis.