Henri Parens

Krieg ist nicht unvermeidbar

Psychoanalytische Überlegungen zu Krieg und Frieden

Cover Krieg ist nicht unvermeidbar

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Buchreihe: Bibliothek der Psychoanalyse

Verlag: Psychosozial-Verlag

402 Seiten, Broschur, 148 x 210 mm

Erschienen im April 2017

ISBN-13: 978-3-8379-2569-2, Bestell-Nr.: 2569

»Sein vorsichtiger Optimismus, dass die Zivilisation auf dem richtigen Weg zur Schaffung einer friedlicheren Welt sein könnte, hat mir Mut gemacht, auch wenn meine eigenen Erfahrungen in den Flüchtlingslagern, an vielen vom Krieg zerschundenen Orten, aber auch an den Konferenztischen dieser Welt, zu denen miteinander verfeindete Parteien ihre jeweiligen Unterhändler schicken, mir noch immer das Herz zerreißen.

Eines ist gewiss: Wir müssen Parens’ Buch lesen, damit wir die psychodynamischen Faktoren der menschlichen Destruktivität besser verstehen, und mehr noch, um unser menschliches Potenzial zu erweitern; denn aufgrund gemeinsamer, interdisziplinärer Anstrengungen können wir viel für eine friedlichere Welt erreichen.«
Vamık D. Volkan

»In einem leidenschaftlichen, zu intensiver geistiger Auseinandersetzung anregenden Plädoyer verbindet Henri Parens psychoanalytische und historische Betrachtungsweise mit dem Ziel, Wege zu zeigen, wie Kriege zukünftig vermieden werden können.«
Werner Bohleber

Anhand theoretisch fundierter Untersuchungen zur menschlichen Aggression zeigt Henri Parens auf, dass die menschliche Destruktivität kein angeborener Trieb ist, sondern durch exzessive schmerzliche Erfahrungen hervorgerufen wird. Freuds These von der Unvermeidlichkeit des Krieges, die er auf einen angeborenen menschlichen Destruktionstrieb zurückführt, stellt Parens vehement infrage.

Parens beschreibt Strategien, mit deren Hilfe eine Gesellschaft Kriege konstruktiv zu verhindern vermag, und formuliert die These, dass eine Vermeidung kriegerischer Auseinandersetzungen nicht nur notwendig, sondern auch möglich ist. Er erörtert, welche Psychodynamik dazu führt, dass zwischenmenschliche Konflikte in Kriegen münden, und beschreibt diese psychodynamischen Prozesse anhand historischer Ereignisse, die zwei Weltkriege zur Folge hatten.

Inhaltsverzeichnis

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Geleitwort (Vamık D. Volkan, MD)

Vorwort

Dank

Einführung

I Freuds Antwort auf Einstein ist falsch

1 Freuds Antwort auf Einsteins Frage »Warum Krieg?« stellt uns vor ein Problem

Überlegungen zum Briefwechsel zwischen Einstein und Freud aus dem Jahr 1932

2 Warum ich sage, Freuds Antwort sei »falsch«

Weshalb ich daran zu zweifeln begann, dass Aggression auf dem Todestrieb basiert
Inwiefern stellt dieses Verhalten die damals geläufige Theorie der Aggression infrage?
Entwicklung einer alternativen psychoanalytischen Theorie der Aggression
Das Resultat unserer kontinuierlichen Langzeitbeobachtung (wie es sich mir darstellte)
Kurze Übersicht über ausgewählte Modelle der Aggression, die für die Psychoanalyse von Bedeutung sind
Ist die auf dem Todestrieb basierende Aggressionstheorie falsch?
Worin besteht der relative heuristische Wert dieser beiden Theorien?
Wohin führt uns dieser Ausgangspunkt?

II Bewusste und unbewusste psychologische Determinanten menschlicher Konflikte

3 Menschlicher Narzissmus

Kommentare zu Freuds Gedanken über Narzissmus
Primärer Narzissmus
Die Nesthockerqualität des menschlichen Kleinkindes
Vom primären zum sekundären Narzissmus
Unterbringung emotionaler Energie (Libido) bei anderen
Sekundärer Narzissmus
Verletzungen des Narzissmus

4 Wie Narzissmus und menschliche Konflikte zusammenhängen

Der Teufelskreis von Hyper-Narzissmus und narzisstischer Kränkung bei menschlichen Konflikten
Narzissmus ist produktiv und Narzissmus zerstört
Der notwendige und zugleich prekäre Charakter des menschlichen Narzissmus

5 Menschliche Reaktionen, die Konflikte verursachen

Der Homo sapiens beginnt sein Leben in äußerster Hilflosigkeit und Abhängigkeit
Das Bedürfnis nach Macht
Gier
Libidinöses Mangelsyndrom
Neid
Das Bedürfnis, anderen Schuld zuzuweisen
Das Bedürfnis, Feinde zu haben
Rache

III Reaktionen, Erklärungen und Rationalisierungen

6 Psychologische Determinanten des Vorurteils

Ein Modell des Vorurteils
Von der Korrelation zwischen Kindererziehung und Aggressionsprofil zur Untersuchung des Vorurteils
Normale Entwicklungsfaktoren, die dazu führen, dass wir alle Vorurteile haben
Das große Dilemma, in das ein Kind aufgrund seiner Ambivalenz gegenüber seinen Eltern gerät
Wie ein gutartiges Vorurteil immer mehr in Feindseligkeit umschlägt
Wenn wir die Schlüsselfaktoren kennen, die zu bösartigen Vorurteilen führen, können wir auch Strategien zur Prävention entwickeln
Es gibt Wege, die das Entstehen von feindseliger Destruktivität ein Stück weit verhindern können
Die Gesellschaft kann hilfreich intervenieren
Großgruppen-Traumata werden häufig zu Schlüsselfaktoren bei der Entstehung von bösartigen Vorurteilen
Gruppenprozesse, die feindselige und bösartige Vorurteile begünstigen
Die wichtigsten Hindernisse, die der Überwindung steigender Feindseligkeit in Gruppenprozessen im Wege stehen

7 Reaktionen in der Zeit nach einem Konflikt

Die wesentliche Dynamik der nach dem Ende eines Konflikts zu beobachtenden Reaktionen
Der Erste Weltkrieg
Der Zweite Weltkrieg

8 Erklärungen und Rationalisierungen

Chris Hedges’ These »Der Krieg gibt unserem Leben einen Sinn«
Franco Fornaris Buch The Psychoanalysis of War

IV Was wir tun können: Alte und neue Anleitungen und Möglichkeiten

9 Was wir tun können – Teil 1

Sind wir heute besser, als wir früher waren?
Wir schaffen die Konflikte. Wir sind die einzigen, die sie konstruktiv lösen können
Unser psychisches Leben ist voller Herausforderungen; wir brauchen psychische Abwehrmechanismen, um mit ihnen fertigzuwerden
Die menschliche Destruktivität eindämmen und menschliche Konflikte verringern
Alte und neue Strategien
Völkermord
A Problem from Hell von Samantha Power
David A. Hamburg und die Prävention von Völkermord

10 Was wir tun können – Teil 2

Vielversprechende Methoden, die wir ausprobieren sollten
Was heißt das: »gewöhnliche/durchschnittliche« Menschen?
Ist eine Person, die Verbrechen begeht, ein gewöhnlicher Mensch?
Wie große Gruppen eine antisoziale Tendenz entwickeln können
Eine extremistische Ideologie förderte die antisozialen Tendenzen bei den zu bedingungslosem Gehorsam erzogenen Deutschen
Wir brauchen eine formale Elternerziehung
Eltern und Kinder profitieren von einer formalen Elternerziehung
In welche Richtung gehen wir?
Elternbildung: Der Weg zu einem psychosozial informierten, wachstumsfördernden Erziehungsstil

V Anhang

Wie Freuds Aggressionstheorie sich allmählich entwickelte
Eine Anleitung für alle, die bei der Lektüre von Jenseits des Lustprinzips in Verwirrung geraten sind
Jenseits des Lustprinzips (1920g)

Anmerkungen

Literatur