Joachim Heilmann, Annelinde Eggert-Schmid Noerr, Ursula Pforr (Hg.)

Neue Störungsbilder - Mythos oder Realität?

Psychoanalytisch-pädagogische Diskussionen zu ADHS, Asperger-Autismus und anderen Diagnosen

Cover Neue Störungsbilder - Mythos oder Realität?

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Buchreihe: Psychoanalytische Pädagogik

Verlag: Psychosozial-Verlag

304 Seiten, Broschur, 148 x 210 mm

Erschienen im Oktober 2015

ISBN-13: 978-3-8379-2485-5, Bestell-Nr.: 2485

Immer mehr PädagogInnen und SozialarbeiterInnen sehen sich in ihren jeweiligen Arbeitsfeldern vermehrt mit verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen konfrontiert und geraten dabei an ihre Handlungsgrenzen. Auch die öffentlichen Medien zeichnen ein negatives Bild heutiger Jugendlicher: Scheinbar kommt es immer häufiger zu Regelverletzungen, Konflikten und Gewaltausbrüchen. Die Häufung von Diagnosen wie ADHS, Asperger-Syndrom, Bipolare Störung oder der Stimmungsstörung Disruptive Mood Dysregulation Disorder (DMDD) verstärken diesen Eindruck.

Doch haben psychische Störungen wirklich zugenommen? Oder hat sich nicht vielmehr die Sensibilität gegenüber diesen Auffälligkeiten verändert? Im vorliegenden Band untersuchen die BeiträgerInnen den Trend zunehmender psychopathologischer Differenzierung und Medizinalisierung von auffälligem und störendem Verhalten. Ausgehend von den Grundannahmen der Psychoanalytischen Pädagogik werden die ambivalenten Folgen dieser Entwicklung auf den pädagogischen Diskurs und die pädagogischen Praxisfelder aufgezeigt, veränderte Sozialisationsbedingungen hinterfragt und Handlungshinweise für einen angemessenen Umgang gegeben.

Mit Beiträgen von Benjamin Bardé, Annelinde Eggert-Schmid Noerr, Fabian J. Escher, Manfred Gerspach, Rolf Göppel, Joachim Heilmann, Marianne Leuzinger-Bohleber, Hans von Lüpke, Ursula Pforr, Angela Plass, Marianne Rauwald, Inge Seiffge-Krenke, Christine Tomandl, Jürgen Wettig, Silke Wiegand-Grefe und Birgit Wieland

Inhaltsverzeichnis

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Inhalt


Einleitung
Annelinde Eggert-Schmid Noerr, Joachim Heilmann & Ursula Pforr


I Normalität und Abweichung

Was prägt unsere Konstruktionen von »Kindheit«?
Rolf Göppel

Konstrukt Diagnose
Wer den Namen weiß, hat die Macht
Hans von Lüpke

Die neue Entwicklungsphase des »emerging adulthood«
Typische Störungen und Entwicklungsrisiken sowie Ansätze der Versorgung
Inge Seiffge-Krenke & Fabian J. Escher


II Störungsbilder im Wandel

»Neue Störungen« – Abwehr von unerträglichen Komplexitäten?
Aus der Psychoanalyse mit einem muslimischen Spätadoleszenten
Marianne Leuzinger-Bohleber

Neues und Altes vom Zappelphilipp
Manfred Gerspach

Autismus ist nicht gleich Autismus
Vom frühkindlichen Autismus zur Autismus-Spektrum-Störung (ASS)
Joachim Heilmann

Schlangengrube Familie
Transgenerationale Ursachen von Dissozialität und Gewalt
Jürgen Wettig

Depressionen im Kindes- und Jugendalter
Unter der mehrgenerationalen Perspektive einer elterlichen psychischen Erkrankung
Silke Wiegand-Grefe & Angela Plass

Burnout
Eine »neue Störung« oder nur ein neues Bild?
Annelinde Eggert-Schmid Noerr


III Interventionen und ihre Rahmenbedingungen

Bedeutung von Bindungs- und Mentalisierungsprozessen als Traumaprävention
Die psychotherapeutische Arbeit im intermediären Raum
Marianne Rauwald

»Ihr sollt meine Diener sein!«
Zur Herausforderung Psychoanalytischer Sozialarbeit
Birgit Wieland

»Gib mir ein kleines bisschen Sicherheit«
Aus der Arbeit des Rudolf Ekstein Zentrums Wien
Christine Tomandl

Das soziale »Unbewusste« als Organisationsparadoxon
Benjamin E. Bardé

Autorinnen und Autoren

Rezensionen

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DZI Soziale Arbeit Nr. 4.2016

»In Anbetracht der zunehmenden Häufung von Befunden wie der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), dem Asperger-Autismus und der bipolaren Störung stellt sich die Frage, ob diese psychischen Erkrankungen tatsächlich vermehrt auftreten oder ob sich nicht vielmehr die Wahrnehmung auffälligen Verhaltens in Richtung einer Pathologisierung verändert hat…« [mehr]

www.socialnet.de

Rezension von Dr. Ulf Sauerbrey

»Der von Heilmann, Eggert-Schmid Noerr und Pforr herausgegebene Sammelband bildet daher aus Sicht des Rezensenten einen wichtigen Beitrag zur Kritik der Klassifizierung von ADHS, Autismus und anderen kulturell entworfenen Störungsbildern…« [mehr]