Gerhard Schneider, Gabriele Witt-Schneider

Die Lyrik des Alltags und die Utopie eines versöhnten Amerikas (PDF-E-Book)

Jim Jarmuschs Paterson (2016) in einer kulturpsychoanalytischen Perspektive

Cover Die Lyrik des Alltags und die Utopie eines versöhnten Amerikas (PDF-E-Book)

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15 Seiten, PDF-E-Book

Erschienen im Juni 2019

Bestell-Nr.: 22497

DOI: https://doi.org/10.30820/0941-5378-2019-1-111
Die Autoren zeigen zunächst, wie der Film Paterson filmische Erwartungen im Gefolge des Hollywood Mainstreamkinos unterläuft: No action, sex, crime, wobei Jim Jarmusch solche Erwartungsbrüche nicht nur durch die Art des Films schafft, der das alltägliche Leben seines Protagonisten, des Busfahrers Paterson aus der Provinzstadt Paterson (New Jersey) und dessen Frau Laura zeigt, er inszeniert sie auch im Film selbst. Der Film ist »amerikanischer Zen« und appelliert darin in besonderer Weise an die psychoanalytische Grundhaltung der nichts wollenden, gleichschwebenden Aufmerksamkeit. Was ihn auszeichnet, ist sein Bezug zur Lyrik. Zum einen gibt es Lyrik im Film – Paterson ist Dichter –, zum anderen ist der Film selbst (alltags-)lyrischer Art. Darin erweist er sich als eine Hommage an den großen amerikanischen Lyriker William Carlos Williams, dessen Langgedicht PATERSON (über Paterson, New Jersey) der hintergründige Referenzpunkt des Films ist. Im Hinblick darauf lässt sich in einer kulturpsychoanalytischen Perspektive der Film als symbolische Wiedergutmachung der durch die ökonomische Entwicklung »geleisteten« Zerstörungsarbeit und als Utopie eines Amerika verstehen, in dem Fortschritt und Mythos versöhnt sind.

Abstract:
The authors, first of all, prove that Paterson as a film undermines filmic expectations associated with Hollywood mainstream cinema, i.e. no action, sex, and crime. Jim Jarmusch violates filmic expectations of this kind by presenting the unspectacular everyday life of the film’s protagonist Paterson, a bus driver in the provincial city of Paterson (New Jersey), and his wife Laura. Moreover, he stages the violation of filmic expectations in the film itself. All in all Paterson is »American Zen« thus appealing to the psychoanalytic attitude of (evenly) suspended attention. The film is characterized by its relations to lyric poetry. On the one hand there is lyric poetry in the film, for Paterson is a poet, and on the other hand the film itself is visual everyday-life lyric poetry. With regard to this it is an homage to the great American poet William Carlos Williams, whose long poem PATERSON (on Paterson, New Jersey) plays an important role in the background. Based on this reference, in a cultural psychoanalytic perspective the film can be understood as a symbolic reparation as regards the destructive effects of economic development. It is an American Utopia, in which progress and myth are reconciled.