Bernd Oberhoff

Christoph W. Gluck: Iphigenie auf Tauris

Ein psychoanalytischer Opernführer

Cover Christoph W. Gluck: Iphigenie auf Tauris

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Buchreihe: Imago

Verlag: Psychosozial-Verlag

109 Seiten, Broschur, 125 x 155 mm

Erschienen im Februar 2007

ISBN-13: 978-3-8980-6597-9, Bestell-Nr.: 597

Die Essenz der Opernhandlung lässt sich durchaus auf der Ebene der erwachsenen Bühnenprotagonisten Orest und Iphigenie formulieren, die den Weg aus einer archaischen Welt des Hasses und der mörderischen Wut hin zu Gefühlen von Reue und Mitleid finden. Und doch handelt es sich präzise um den frühkindlichen Prozess des Durchschreitens der »depressiven Position« (M. Klein) gegen Ende des ersten Lebensjahres. Diese Tatsache verweist auf den genialen Doppelsinn dieser mythischen Erzählung. In C. W. Gluck hat dieser Mythos einen Musikschöpfer gefunden, der das emotionale Geschehen in eine Musik zu kleiden vermochte, die nicht nur die Trauer und die Schuldgefühle von Orest und Iphigenie als Erwachsenen ausdrückt, sondern die den Zuschauer unmerklich an jenen Ursprung dieser Gefühle zurückführt, der als eine tiefste Ebene des Erlebens in uns allen schlummert.

Inhaltsverzeichnis

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Iphigenie auf Tauris
Oper in 4 Akten


Libretto: Nicolas-Francois Guillard
Uraufführung: 18. Mai 1779
Académie Royale de Musique in Paris unter der Leitung des Komponisten


Auftretende Personen

Iphigenie Sopran
Orest Bariton
Pylades Tenor
Thoas Bass
Diana Sopran
Priesterinnen. Skythen. Leibwache des Thoas. Eumeniden und Dämonen. Griechen im Gefolge des Pylades.



Inhalt

1. Die Handlung der Oper
2. Einleitung
3. Ouvertüre und 1. Szene: Iphigeniens erschreckende Verlusterfahrung
4. Die paranoid-schizoiden Verfolgungsängste des Thoas
5. Die depressive Verzweiflung des Orest
6. Das Rumoren von abgespaltenen Gefühlen: »Le calme rentre dans mon cœur«
7. Die Wiederkehr der abgespaltenen Gefühle: frühkindliche Ängste vor der Vergeltung der Mutter
8. Reue über die Aggression gegen die Mutter: »Wie schrecklich quält der Reue Stachel«
9. Trauer über den Verlust der Eltern
10. Geschwister- und Freundesliebe
11. Die »erhabene Seele« als ein neues Ich-Ideal
12. Die Wiedergewinnung des »guten Objekts«
13. Schluss: Ein stimmiges »lieto fine«

Literatur
Empfohlene Musikaufnahme