Eckhard Weymann

Zwischentöne

Psychologische Untersuchungen zur musikalischen Improvisation

Cover Zwischentöne

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Buchreihe: Imago

Verlag: Psychosozial-Verlag

221 Seiten, Broschur, 148 x 210 mm

Erschienen im November 2004

ISBN-13: 978-3-8980-6370-8, Bestell-Nr.: 370

Wer sich auf eine Improvisation einlässt, begibt sich auf schwankenden Boden, auf eine spielerische Gratwanderung zwischen bekannten Wendungen und neuen Möglichkeiten.
Die alte Kunst der musikalischen Improvisation hat in den letzten dreißig Jahren im Spannungsfeld von Jazz und Avantgarde neue Vitalität entwickelt und ist in der Pädagogik und nicht zuletzt in der Musiktherapie zur Wirkung gekommen.
Selten wurde bisher untersucht, was Menschen beim Improvisieren erleben, was sie daran reizt, was sie davon haben. Die Psychologie des Improvisierens ist ein Neuland, das mit der vorliegenden Arbeit betreten wird.
In eingehenden Gesprächen wurden improvisierende Musiker und Musiktherapeuten nach ihren Erfahrungen befragt. Die entstandenen »Ansichten vom Improvisieren« lassen neben den Besonderheiten der psychischen Improvisations-Verfassung auch Verbindungen zur individuellen Lebensgestaltung der Musiker erkennen. Künstlerisches Handeln wird zu einem besonderen Beispiel für den Alltag. Der Wirkungsraum der Improvisation erweist sich als ein Spielraum zwischen Identität und Verwandlung.

Inhaltsverzeichnis

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Inhalt

I Annäherungen an einen flüchtigen Gegenstand: die musikalische Improvisation
I.1 Metaphorische Annäherung
Sensible Schwebe, Zwischenwelt
Lebendiger Zusammenhang, Organismus
Allmähliche Verfertigung: Emergenz, Aktualgenese, Geschichten
I.2 Begrifflich-historische Annäherungen
Improvisation und Musikwissenschaft
Musikbegriff
Befreiung der Musik(er) oder Rettung des Werks?
Vinko Globokar und New Phonic Art
Karlheinz Stockhausen: Intuitive Musik
Definitionsversuche
I.3 Improvisieren und Musiktherapie
Einige historische Bezugspunkte
Begründungen
Einstellungen
Im Behandlungszusammenhang

II Fragestellung, Theorie und Methode einer Untersuchung zur musikalischen Improvisation
II.1 Zur Fragestellung der Untersuchung: Improvisieren als Selbstbehandlung eines Lebenswerks
II.2 Qualitative Forschung: das Subjekt im Alltag
II.2.1 Grundzüge qualitativen Vorgehens in den Sozialwissenschaften
II.2.2 ›Gütekriterien‹ psychologisch-qualitativer Forschung
II.2.3 Das qualitative Interview als methodischer Zugang
II.2.4 Das morphologische Tiefeninterview

II.3 Darstellung des methodischen Vorgehens: Variationen über ein Thema
II.3.1 Datenerhebung
Interview-Leitfaden
Die GesprächspartnerInnen
Die Gesprächssituation
II.3.2 Datenaufbereitung: Vom Gespräch zum Text
Transkription als Bearbeitungsform
II.3.3 Auswertungsgestaltung: Transformationen
Von der Transkription zur psycho-literarischen Verdichtung
Vereinheitlichende Beschreibung
Von der psycho-literarischen Verdichtung zur kommentierenden
Analyse – Haupt- und Nebenfiguration
Psychologische Rekonstruktion und Ausformungen der
Wirkungseinheit
Überprüfungen

III Zwölf Ansichten vom Improvisieren – eine Interviewstudie
III.1 Vereinheitlichende Beschreibung des Improvisierens

Suchen, In-Fluss-Kommen
Der zugespitzte Moment
Sich finden – sich zeigen
Wendung zum Ganzen
III.2 Methodologisches Beispiel: Marga – Unfertige Geschlossenheit
Begegnung
Interview
Transformation
Von der Transkription zur psycho-literarischen Verdichtung
Psycho-literarische Verdichtung
Von der Verdichtung zur kommentierenden Analyse
Kommentierende Analyse
III.3 Psycho-literarische Verdichtungen und kommentierende Analysen
III.3.1 Lene – Werkstattwelt
III.3.2 Stefan – Filigranes Netzwerk
III.3.3 Anna – Splitter in der Schachtel
III.3.4 Peter – Der Pionier
III.3.5 Hilke – In Fluss kommen
III.3.6 Elisabeth – Übergänge
III.3.7 Lars – Zur Welt kommen
III.3.8 Christian – Im Einklang
III.3.9 Almut – Aufgeben

III.3.10 Sonja – Das Bett auf der Straße
III.3.11 Tom – Blinder Passagier
III.4 Spielarten der Verwandlung – Wege zur Identität: Der Wirkungsraum der musikalischen Improvisation und seine Ausformungen
Identität und Verwandlung
Ausformungen im Wirkungsraum
Gegenwelten aufbauen
Übergänge gestalten
Riskantes Balancieren
Überschreiten des Gegebenen
Ein Maß finden für Offenheit und Abgrenzung
Das ›private Selbst‹ ausgestalten
Mitteilungen machen
Unfertige Geschlossenheit: Widersprüche integrieren
Ausblick: Improvisieren als Behandlung und Selbstbehandlung in der Musiktherapie
Verwandlungsprobleme
Praxisbezüge
Schluss