Herbert A. Rosenfeld

Zur Psychoanalyse psychotischer Zustände

Cover Zur Psychoanalyse psychotischer Zustände

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Buchreihe: Bibliothek der Psychoanalyse

Verlag: Psychosozial-Verlag

312 Seiten, Broschur, 134 x 210 mm

Erschienen im Januar 2002

ISBN-13: 978-3-8980-6119-3, Bestell-Nr.: 119

Aus dem Englischen von Charlotte Kahleyß-Neumann

In diesem Band hat der Autor 13 seiner wichtigsten Publikationen aus den Jahren 1947–1964 neu zusammengestellt und einem breiteren Publikum zugänglich gemacht. Es handelt sich zur Hauptsache um Arbeiten zur psychoanalytischen Erforschung und Behandlung akuter und chronischer Schizophrenie, ein Gebiet, auf welchem der Autor Pionierarbeit geleistet hat. Entgegen der bis dahin gültigen Lehrmeinung, wonach eine psychoanalytische Therapie bei psychotischen Patienten wegen deren narzisstischer Beziehungsunfähigkeit nicht in Frage komme, konnte Rosenfeld an Hand überzeugender Fallbeispiele belegen, dass schizophrene Patienten sehr wohl imstande sind, eine emotionale Beziehung zum Therapeuten aufzunehmen, und zwar eine sehr archaische Beziehungsform, deren Phänomenologie und Psychodynamik, deren unbewusste Gefühls- und Phantasiedimensionen der Autor in teilweise faszinierenden Schilderungen umreißt und u. a. mit Hilfe von Melanie Kleins Konzept der projektiven Identifizierung zu erhellen versucht. Die Überzeugungskraft dieser Arbeiten beruht wesentlich auf der stringenten Verknüpfung von theoretischer Konzeptualisierung und klinischer Beobachtung sowie auf der Konsequenz – man könnte sagen: der produktiven Einseitigkeit –, mit welcher der Autor sich vermittels der psychoanalytischen Methode ganz auf die Erforschung und Interpretation der inneren Erlebniswelt psychotischer Patienten konzentriert. Insofern handelt es sich um eine wichtige Ergänzung zu den familientherapeutischen Ansätzen der Schizophrenieforschung und -behandlung, in denen überwiegend die äußeren Interaktionen zwischen den Kranken und ihrer Umwelt untersucht worden sind.
Weiterhin enthält dieser Band u. a. zwei umfassende Artikel über Suchtprobleme aus psychoanalytischer Sicht, eine sehr originelle Arbeit über die Psychopathologie der Hypochondrie, ein Kapitel über die Wechselbeziehungen zwischen Homosexualität, Paranoia und Narzissmus sowie einen Aufsatz »Zur Psychopathologie des Narzißmus aus klinischer Sicht«, der die Diskussion über den Narzissmusbegriff und die Auffassung und Behandlung narzisstischer Persönlichkeitsstörungen entscheidend mitgeprägt hat.