Peter Dudek

»Er war halt genialer als die anderen«

Biografische Annäherungen an Siegfried Bernfeld

Cover »Er war halt genialer als die anderen«

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Buchreihe: Bibliothek der Psychoanalyse

Verlag: Psychosozial-Verlag

646 Seiten, Broschur, 148 x 210 mm

Erschienen im Februar 2012

ISBN-13: 978-3-8379-2171-7, Bestell-Nr.: 2171

Siegfried Bernfeld, bahnbrechender Reformpädagoge und einer der ersten Psychoanalytiker, ist Mitbegründer der modernen Theorie des Jugendalters und der Begründer der Psychoanalytischen Pädagogik. Er war ein scharfsinniger Querdenker mit visionären und aufschlussreichen Thesen, jedem politischen Dogmatismus abhold, ein scharfzüngiger Polemiker, voller Leidenschaft für die bessere Sache. Als Jude und undogmatischer Marxist konnte er zwar im außeruniversitären Bereich in Wien, Berlin und im amerikanischen Exil erfolgreich arbeiten, eine akademische Karriere blieb ihm jedoch verwehrt. Dennoch avancierte er mit seinen pädagogischen Theorien zum Klassiker.

Im vorliegenden Buch geht Peter Dudek auf das umfangreiche wissenschaftliche Werk Bernfelds ein und rekonstruiert zugleich das Leben des Menschen hinter den Texten. Anhand zahlreicher Quellen zeigt er ihn als jugendbewegten Aktivisten, pädagogischen und psychoanalytischen Theoretiker, politisch-pädagogischen Redner sowie als Lehrer, Ehemann und Vater.


Inhaltsverzeichnis

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Inhalt

1 Einleitung

2 Vom Außenseiter zum Klassiker?

3 Siegfried Bernfeld – Erste Annäherungen
3.1 Kindheit und Jugend in Wien
3.2 Bernfeld als Aktivist der Jugendkulturbewegung
3.3 Personelle und soziale Netzwerke
3.4 Siegfried Bernfeld in den Erinnerungen seiner Zeitgenossen
3.5 Universität, Wissenschaft und Jugendkultur
3.6 Jugendforschung in ihren Anfängen: Über den Begriff der Jugend und ihre wissenschaftliche Erforschung

4 Weltkrieg, Antisemitismus und die Entdeckung des Judentums
4.1 Erlebter Antisemitismus in Österreich
4.2 Jüdische Jugendbewegung und jüdische Erziehung
4.3 Anna Freud, Siegfried Bernfeld und das Kinderheim Baumgarten
4.4 Ein kurzes Intermezzo: Als Sekretär bei Martin Buber
4.5 Bernfeld und die Wiener Psychoanalytische Vereinigung

5 Siegfried Bernfeld und die Frauen
5.1 Frauenbewegung und Jugendkulturbewegung
5.2 Anna Salomon – eine Aktivistin der Jugendkulturbewegung
5.3 Bernfelds Töchter und die FSG Wickersdorf
5.4 Elisabeth Neumann – eine Wiener Schauspielerin
5.5 Suzanne Cassirer-Paret – Psychoanalyse und Exil

6 Exkurs: Sisyphos oder die Grenzen der Erziehung – Entstehung, Inhalt, Rezeption

7 Bernfelds Berliner Jahre (1925–1932)
7.1 Bernfeld und die Berliner Psychoanalyse
7.2 Bernfelds Lehrtätigkeit an der »Deutschen Hochschule für Politik«
7.3 Bernfeld als politisch-pädagogischer Redner
7.4 Der Zugang zur Universität: Versperrte Türen
7.4.1 Die gescheiterte Berufung an die TH Braunschweig
7.4.2 Universität Berlin: Die Fakultät mobilisiert den Widerstand
7.5 Die Anfänge der psychoanalytischen Pädagogik
7.6 Der »soziale Ort« des Aufwachsens
7.7 Konturen einer sozialistischen Erziehung
7.8 Psychoanalyse und Kommunismus: Bernfeld und Wilhelm Reich
7.9 Libidometrie: Annäherungen an eine naturwissenschaftliche Psychologie

8 Durchgangsstation Wien: Rückkehr und Exil
8.1 Austrofaschismus und die Wiener Psychoanalyse
8.2 Menton, London, San Francisco
8.3 Späte Schriften zur Jugendforschung
8.4 Back to the Roots: Freud und die Ursprünge der Psychoanalyse

9 Epilog

10 Abkürzungen

11 Literatur
11.1 Unveröffentlichte Quellen
11.2 Veröffentlichte Literatur – Siegfried Bernfeld
11.3 Sekundärliteratur

12 Abbildungen

13 Namensregister

Rezensionen

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Jahrbuch für Pädagogik 2013

Rezension von Edgar Weiß

»Was Dudek bei diesem bescheidenen Eigenanspruch offeriert, ist gleichwohl ein imposantes, übersichtlich strukturiertes, flüssig geschriebenes, kenntnisreiches und daher informatives Gesamtporträt…« [mehr]

Jahrbuch für Psychoanalytische Pädagogik 22

Rezension von Roland Kaufhold

»Bernfelds Persönlichkeit und kritischer Enthusiasmus hat unauslöschliche Spuren hinterlassen. Dokumentiert ist dies in einer 600 Seiten umfassenden Biographie, die das imposante Gesamtwerk dieses undogmatischen Linken und kritischen Freud-Schülers in eingängiger Weise nahebringt…« [mehr]

Zeitschrift für Sozialpädagogik 2013 H2

Rezension von Burkhard Müller

»Die Methode der Darstellung ist ebenso einfach, wie nur mit großer Meisterschaft zu realisieren: Dudek lässt einerseits Bernfeld selbst in seinen Schriften, Briefen wie anderen Dokumenten ausführlich zu Wort kommen. Zugleich aber…« [mehr]

Luzifer-Amor. Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse. 26. Jahrgang, Heft 51/2013

Rezension von Gerhard Benetka

»Peter Dudek hat Leben und Werk Siegfried Bernfelds in seiner umfangreichen Biografie dokumentiert. Wer in Zukunft über Bernfeld forschen und schreiben will, wird von dem hier zusammengetragenen Material ausgehen müssen. Allzu viel Neues wird sich nicht mehr finden lassen…« [mehr]

Psyche 3/2013

Rezension von Galina Hristeva

»Besonders stark ist Dudeks Akzent auf Bernfeld als Pädagoge und Organisator der Jugendkulturbewegung und als Vorreiter der Jugendforschung. Bernfelds Projekt einer Libidometrie, dem im Buch große Aufmerksamkeit geschenkt wird, zeigt Siegfried Bernfeld als einen sehr originellen und selbstständigen Denker…« [mehr]

Jüdische Allgemeine vom 30. August 2012

Rezension von Roland Kaufhold

»›Er war halt genialer als die anderen.‹ So erinnerte sich Edith Kramer, österreichische Exilantin und Begründerin der Kunsttherapie, im hohen Alter an Siegfried Bernfeld. Sie war verwandt mit ihm, hatte sich in Wien und später dann in den USA durch sein rhetorisches Talent inspirieren lassen…« [mehr]

HEP-Informationen 2/2012

Rezension von Dr. Ulf-Henning Janssen

»Dieses Werk kann all denen wärmstens empfohlen werden, denen die geschichtlichen Entwicklungslinien der Pädagogik ebenso am Herzen liegen wie die Frage, welche Ideen man bis zum heutigen Tage auch aus Modellen ableiten kann, die im Fachdiskurs keinerlei Beachtung mehr finden. Der Praktiker, der ein Interesse daran hat, auch über den Tellerrand hinauszuschauen, wird mit großem Gewinn zu diesem Buch greifen…« [mehr]

Pädagogik 6/2012

Rezension von Jörg Schlömerkemper

»Wer durch den ›Sisyphos‹ für psychosoziale Diemensionen pädagogischen Handelns sensibilisiert wurde, der findet hier Zugang zur Persönlichkeit eines kritisch-kreativen Denkers…« [mehr]