Marco Conci

Sullivan neu entdecken

Leben und Werk Harry Stack Sullivans und seine Bedeutung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychoanalyse

Cover Sullivan neu entdecken

Reinlesen mit libreka!

EUR 49,90

Sofort lieferbar.
Lieferzeit (D): 2-3 Werktage

Buchreihe: Bibliothek der Psychoanalyse

Verlag: Psychosozial-Verlag

539 Seiten, Broschur, 148 x 210 mm

Erschienen im Oktober 2005

ISBN-13: 978-3-8980-6364-7, Bestell-Nr.: 364

Aus dem Italienischen von Julia Rader

Conci stellt erstmals in deutsch Leben und Gesamtwerk Harry Stack Sullivans (1892–1949) vor, der aus dem Feld der Psychiatrie kommend Freuds Theorie der Psychoanalyse vor allem um die Bedeutung interpersonaler und gesellschaftlicher Einflüsse erweiterte.
Dabei geht Conci chronologisch vor. Vor dem Hintergrund der Geschichte der amerikanischen Psychotherapie im 19. Jahrhundert und der Einführung der Psychoanalyse zeichnet er Sullivans persönliche und inhaltliche Entwicklung nach.

Sullivans zuweilen umstrittene Schriften hatten und haben bis heute maßgeblichen Einfluss auf die Psychotherapie der Schizophrenie, auf die interpersonale Theorie der Psychotherapie und den Dialog mit den Sozialwissenschaften.

Inhaltsverzeichnis

[ einblenden ]

Inhalt

Vorwort zur deutschen Ausgabe
Geleitwort
Einleitung
Anmerkungen

Erster Teil: Sullivans Umfeld, Leben und Werk
1. Die Psychotherapie fasst in Amerika Fuß
1.1 William James und der Funktionalismus
1.2 James Jackson Putnam: vom Neurologen zum Psychoanalytiker
1.3 Adolf Meyer: Pionier einer mehrdimensionalen Psychiatrie
1.3.1 Ein Überblick über die Geschichte der Psychiatrie in den Vereinigten Staaten
1.3.2 Die Gründe für die Aktualität Adolf Meyers
1.3.3 Adolf Meyers beruflicher wissenschaftlicher Weg
Anmerkungen

2. Die Psychoanalyse in der »Neuen Welt«
2.1 Die fünf Vorlesungen »Über Psychoanalyse« und die Beziehung Freuds zur »Neuen Welt«
2.2 Stanley Hall »the king-maker«
2.3 Ernest Jones: der treue Anhänger
2.4 Die Psychoanalyse in Amerika: zwischen Deformation und Emanzipation
2.5 An den Wurzeln der amerikanischen dynamischen Psychiatrie
2.5.1 S. E. Jelliffe oder der Kliniker als Intellektueller
2.5.2 W. A. White oder vom gesunden amerikanischen Eklektizismus
Anmerkungen

3. Norwich, N.Y. (21.02.1892) – Paris (14.01.1949): Chronologie des Lebens von Harry Stack Sullivan
3.1 Vom Chenango County, N.Y., zur Krise an der Cornell University
3.2 1911–1930: Vom Medizinstudenten in Chicago zum Pionier der Psychotherapie der Psychosen
3.3 Die Jahre in New York (1930–1939) und in Washington (1939–1949)
Anmerkungen

4. Das Werk Sullivans und die neofreudianische Wende
4.1 Das Buch Personal Psychopathology
4.2 Die Vorträge »Conceptions of Modern Psychiatry«
4.3 Von der »Zodiac-Gruppe« zu den Spaltungen der 40er Jahre
4.4 Neofreudianer: ist diese Definition noch zutreffend?
4.5 Das posthume Werk
4.5.1 Das Schicksal von Sullivans Werk
4.5.2 Das Werk Sullivans in der Fachliteratur nach seinem Tod
Anmerkungen

Zweiter Teil: Die Aktualität von Sullivans Werk
5. Die Psychotherapie der Schizophrenie
5.1 Die Züricher Schule
5.1.1 Amerikaner am Burghölzli
5.1.2 Jung und Sullivan
5.1.3 Brill zwischen Freud und Sullivan
5.2 Die Anthologie Schizophrenia as a Human Process
5.3 Sullivans Schriften über die Natur und die Psychotherapie der Schizophrenie der 40er Jahre
5.4 Der Beitrag Frieda Fromm-Reichmanns (1889–1957)
5.5 Schizophrenie: von der Integration zur Synthese
Anmerkungen

6. Sullivan als Sozialwissenschaftler
6.1 Die Soziologische Schule von Chicago
6.1.1 George Herbert Mead und der symbolische Interaktionismus
6.1.2 Der Anthropologe Edward Sapir
6.2 Die Colloquia on Personality Investigation und das Problem der psychiatrischen Ausbildung
6.3 Die Zeitschrift Psychiatry
6.4 Die Anthologie The Fusion of Psychiatry and Social Science
6.5 »Ansätze einer Völkerpsychologie« oder Sullivans Beitrag zu einer präventiven Psychiatrie
Anmerkungen

7. Von Sullivans interpersonaler Theorie der Psychiatrie zu seiner Auffassung von Klinik und Therapie
7.1 Einführende Begriffe und Konzepte
7.2 Der Säugling, die Mutter und die Organisation der Erfahrung
7.3 Kindheit und Schulalter
7.4 Präadoleszenz und Adoleszenz
7.5 Von der interpersonalen Theorie zu Sullivans Auffassung von Klinik und Therapie
7.5.1 Für eine interpersonale Psychopathologie
7.5.2 Von der Klinik zur Therapie
Anmerkungen

8. Von der »gemeinsamen psychotherapeutischen Sprache« H. S. Sullivans zur relationalen Psychoanalyse S. A. Mitchells (1946–2000)
8.1 Das psychotherapeutische Gespräch oder von der »gemeinsamen psychotherapeutischen Sprache«
8.2 Sullivans Technik
8.3 Sullivan und die zeitgenössische Psychotherapie
8.4 Sullivan und die zeitgenössische Psychoanalyse
8.5 Die interpersonale Psychoanalyse
8.6 Die relationale Psychoanalyse: ein Wendepunkt
Anmerkungen

Rezensionen

[ einblenden ]

Psyche

Rezension von Ulrike May

»Conci hat sich in eine fremde Kulturwelt, die der amerikanischen Psychiatrie, hineingedacht und unsere Neugier und sogar die Hoffnung geweckt, ein interkultureller Dialog sei doch möglich. In dieser Hinsicht ist sein Buch beispielhaft und auch sonst wärmstens zur Lektüre empfohlen…« [mehr]

Luzifer-Amor Nr.37 2006

Rezension von Thomas Müller

»Wer mehr darüber erfahren möchte, was »amerikanischer Pragmatismus« in der Psychiatrie bedeutet und weshalb man in den USA trotzdem unzufrieden sein kann mit psychiatrischen Manualen wie dem DSM, oder darüber, ob bereits die frühe nordamerikanische Psychoanalyse »deformiert« oder »emanzipiert« war, sollte zu diesem Band greifen. Ebenso aufschlußreich ist er für alle, die an »interpersonaler Theorie der Psychiatrie« interessiert oder mit der Therapie der Schizophrenie selbst befaßt sind, die sich über die Gruppenbildung der Neo-Freudianer informieren oder die verstehen möchten, warum deutsche Psychiater kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zu Ausbildungszwecken schon allein wegen der Sullivan-Schule an die Ostküste der USA reisten. Interdisziplinarität kann mehr sein als ein akademisches Lippenbekenntnis. Und im Blick auf den psychoanalytischen Transferkontext USA ergeben sich plötzlich sogar Antworten auf Fragen des alten Europa wie diejenige, ob man in Wien oder Berlin »orthodoxer« war. Ein ungemein frischer Stil, der durch das ganze Buch hindurch erhalten bleibt, macht die Lektüre zu einem Vergnügen – und zu einem unbeschwerteren offenbar, als Sullivan im Original zu lesen…« [mehr]