Günter Gödde, Edith Püschel, Silvia Schneider (Hg.)

Psychodynamisch denken lernen

Grundlinien Psychodynamischer Psychotherapie für Ausbildung und Praxis

Cover Psychodynamisch denken lernen

EUR 39,90

Sofort lieferbar.
Lieferzeit (D): 2-3 Werktage

Buchreihe: Bibliothek der Psychoanalyse

Verlag: Psychosozial-Verlag

548 Seiten, Broschur, 148 x 210 mm

1. Aufl. 2022

Erschienen im Mai 2022

ISBN-13: 978-3-8379-3104-4, Bestell-Nr.: 3104

DOI: https://doi.org/10.30820/9783837978216
Die HerausgeberInnen und AutorInnen vermitteln Grundsätzliches für die Entfaltung einer psychodynamischen Therapiehaltung und heben den Stellenwert der Selbsterfahrung hervor. Um die Dynamik von psychischen Prozessen zu konzeptualisieren, greifen sie auf die Kategorien von Konflikt, Struktur, Trauma, Entwicklung und Mentalisierung zurück. Über das Verstehen und Interpretieren von unbewussten Prozessen nähern sie sich Dialogformen und dem intersubjektiven Zusammenspiel in der therapeutischen Beziehung, um sich am Ende dem psychodynamischen Denken in Kunst, Kultur und Gesellschaft zu widmen. Der praktischen Umsetzung des psychodynamischen Denkens in der Therapie ist der Band Psychodynamisch handeln lernen gewidmet.

Mit Beiträgen von Martin Altmeyer, Annekathrin Bergner, Felix Brauner, Heinrich Deserno, Gabriele Dorrer-Karliova, Rüdiger Eschmann, Günter Gödde, Ruth Großmaß, Günter Heisterkamp, Annika Huhn, Michael Klöpper, Hilde Kronberg-Gödde, Gerald Kurz, Anne Mauritz, Michael Over, Werner Pohlmann, Edith Püschel, Dieter Rau-Luberichs, Hans-Werner Rückert, Nina Scherg, Markus Schirpke, Jann E. Schlimme, Silvia Schneider, Ulrich Schultz-Venrath, Petra Schulze Wilmert, Inge Seiffge-Krenke, Peter Theiss-Abendroth, Ralf T. Vogel, Amely Wahnschaffe, Tilman Watzel und Hans-Jürgen Wirth

Inhaltsverzeichnis

[ einblenden ]

Vorwort

Teil I
Zur Entfaltung einer psychodynamischen Therapiehaltung

Für eine nichtwissende Haltung offen sein
Silvia Schneider

Sich auf das Hören einlassen
Edith Püschel

Der Bewegung des Seelischen folgen
Werner Pohlmann

Beziehungsmuster erleben und erkennen
Tilman Watzel

Teil II
Der Stellenwert der Selbsterfahrung in der psychodynamischen Ausbildung und Praxis

Selbsterfahrung in der Ausbildung tiefenpsychologischer Psychotherapeuten
Annekathrin Bergner & Gerald Kurz

Szenen der Selbsterfahrung
Edith Püschel & Hans-Werner Rückert

Potenziale der Gruppenselbsterfahrung für die Entwicklung eines therapeutischen Selbstverständnisses
Amely Wahnschaffe

Über die »verletzten Heiler«. Krisen- und Genesungserfahrungen von Therapeuten
Jann E. Schlimme

Zur Freude im psychotherapeutischen Werk
Günter Heisterkamp

Teil III
Die unbewusste Dynamik von psychischen Prozessen konzeptualisieren lernen

Mit unbewussten Konflikten arbeiten
Günter Gödde

Sich an der Struktur orientieren
Nina Scherg

Trauma – das Undenkbare denken lernen
Peter Theiss-Abendroth

Entwicklungspsychologisch denken
Inge Seiffge-Krenke

Mentalisieren im therapeutischen Prozess
Ulrich Schultz-Venrath

Strategien der Emotionsregulierung einschätzen lernen
Felix Brauner

Teil IV
Unbewusste Prozesse verstehen und interpretieren

Annäherung an eine psychodynamische Interpretationslehre
Günter Gödde & Jann E. Schlimme

Vom Kritzel zum Selfie. Grundlagen für die Interpretation der kindlichen Bildsprache
Petra Schulze Wilmert

Vom Traum her psychodynamisch denken und interpretieren
Heinrich Deserno

Die Bedeutung intersubjektiver und impliziter Prozesse in der psychodynamischen Psychotherapie
Michael Klöpper

There is no such thing as a patient. Zur Psychodynamik des Körperselbst
Dieter Rau-Luberichs

Teil V
Psychodynamisches Denken in Literatur, Musik, Film, Gruppendynamik und Kulturtheorie

Das Porträt eines Verantwortungslosen in Francesca Melandris Roman Alle, außer mir
Hilde Kronberg-Gödde

Das Folgen und die Folgen, wichtige Gestaltungsmerkmale in der Musik und im psychodynamischen Denken
Gabriele Dorrer-Karliova

Psychoanalyse und Film. Szenisches Verstehen von Filmerfahrungen
Michael Over

Gruppendynamisch verstehen: Als Aschenputtel den Prinzen doch nicht bekam und der große Mähdrescher führungslos auf die Landstraße zurollte
Markus Schirpke

Das koloniale Echo der »Urhorde«. Von der Entfremdung zur Resonanz
Anne Mauritz

Teil VI
Psychodynamische Psychotherapie im gesellschaftlichen Kontext

Das Selbst, der Andere und die soziale Welt »da draußen«. Dreiecksbeziehungen in der modernen Psychoanalyse
Martin Altmeyer

Psychodynamisches Verstehen und politisches Handeln
Ruth Großmaß

Die existenzielle Begegnung. Lernen aus der Psychotherapie in pandemischen Zeiten
Ralf T. Vogel

Wie umgehen mit populistischen Äußerungen im Behandlungszimmer?
Hans-Jürgen Wirth

Wie können wir in der Umweltkrise abstinent bleiben?
Rüdiger Eschmann

PROTHEGE – ein Therapieprojekt für Geflüchtete
Annika Huhn

Rezensionen

[ einblenden ]

Socialnet.de am 16. November 2022

Rezension von Ulrich Kießling

»Anders als gängige Psychotherapie-Lehrbücher werden hier Verbindungen zu Kunst, Literatur, Theater und Film eingebracht, die an Kernbergs Diktum denken lassen: ›Psychoanalyse soll nicht an einer technischen Hochschule oder einem theologischen Seminar gelehrt werden, sondern an einer Kombination aus Universitätsinstitut und Kunstakademie‹. Wenn der angekündigte 2. Band, der die klinische Praxis in den Handlungsfeldern Psychodynamischer Psychotherapie umfassen soll, das exzellente professionelle Niveau hält, wird das Werk eine echte Erweiterung und Ergänzung des nicht gerade armen Angebots an psychodynamischer Ausbildungsliteratur darstellen. Dem Herausgeber und den beiden Herausgeberinnen ist es gelungen, viele Autor:innen für das Buch-Projekt zu gewinnen, die eine moderne konsistente Theorie und klinische Praxis der psychodynamischen Psychotherapie vorstellen. Das Buch ist eine gute Begleitung und Einführung für Teilnehmer:innen in der psychodynamischen Weiterbildung sowie einschlägig Studierende; auch schon lange im Feld Tätige werden bereichert…«

Scharf Links. Die ›neue‹ linke online Zeitung, 1. Oktober 2022

Rezension von Michael Lausberg

»Die Herausgeber*innen und Autor*innen vermitteln hier Grundsätzliches für die Entfaltung einer psychodynamischen Therapiehaltung und heben den Stellenwert der Selbsterfahrung hervor […]. Die Aufgabe eines Therapeuten oder Therapeutin im psychodynamischen Verständnis und Handeln besteht darin, weniger eine Technik anzuwenden, sondern dieses viel mehr als eine therapeutische Kunst zu begreifen. Besonders zu dieser Haltung und diesem Verständnis gibt es viel Input, Hinweise und Querverbindungen…«