Kurt Imhof

Rationalitätsverlust durch die Intimisierung des Öffentlichen in den Massenmedien (PDF-E-Book)

Psychotherapie und Sozialwissenschaft 2011, 13(1), 79-98

Cover Rationalitätsverlust durch die Intimisierung des Öffentlichen in den Massenmedien (PDF-E-Book)

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Verlag: Psychosozial-Verlag

20 Seiten, PDF-E-Book

Erschienen im Mai 2011

Bestell-Nr.: 24065

Zusammenfassung:
Die Intimisierung der medienvermittelten öffentlichen Kommunikation manifestiert sich vorab in Personalisierungen und Emotionalisierungen. Dies verleiht sedimentierten Klischees psychologischer Heuristiken Bedeutung in den Medien und führt unter anderem zu quasi-therapeutischen Sendungs- und Beitragsformaten. Allerdings werden diese Deutungsangebote zunehmend durch esoterische Begründungen ergänzt. Parallel dazu tendiert die Themenlandschaft der Medienagenden zu moralisch-emotional aufgeladenen Inhalten. Zentral ist dabei die Flutung des Öffentlichen durch Human Interest über Prominente aller Schattierungen und die Selbst- wie Fremdvermarktung in Talkshows, Reality-Formaten und im Social Web. Diese Fokussierung öffentlicher Aufmerksamkeit auf subjektive Motive, Emotionen und Charaktermerkmale stellt einen Siegeszug dar, der nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Renaissance der Boulevardzeitungen in den 1950er Jahren beginnt, durch die Politisierung des Privaten in der 68er Bewegung beschleunigt wird und sich seit der Ökonomisierung der Medien in den 1980er durchsetzt. Der Herleitung dieser Intimisierung des Öffentlichen dient der erste Abschnitt. Der zweite Abschnitt interessiert sich für den Preis dieser Fokussierung auf das Intime, weil die Enträtselung subjektiver Innerlichkeit an das Gegenteil von öffentlicher Kommunikation, d.h. an erfahrungsgesättigte gemeinschaftliche Vertrauensbeziehungen oder an professionelle therapeutische Settings vertraulicher Interaktion gebunden ist. Allein schon aufgrund dieses Kategorienfehlers verliert die öffentliche Kommunikation durch die Intimisierung an Rationalitätsgehalt. Sie verliert diesen aber auch, weil die anderen beiden Modi menschlichen Handelns, die Auseinandersetzung mit der objektiven Welt realer Sachverhalte und mit der sozialen Welt der Normen, Werte, Institutionen und Rollen durch die Personalisierung und Emotionalisierung überlagert und verdrängt werden.

Stichworte:
Intimität, Öffentlichkeit, Rationalitätsverlust, Medien

Abstract:
The intimisation of the communication in the public sphere as interpreted by mass media mostly manifests itself in personalisation and emotionalisation. Thus, the media place great importance on sedimented stereotypes/clichés of psychological heuristics, which leads, among other things, to as quasi-therapy conceived shows and contributions. This variety of pseudo-analyses, however, is increasingly supplemented by contributions based on esoteric believes. At the same time, a drifting of the range of topics in the media agendas towards morally and emotionally charged contents are witnessed, wherein the flooding of the public sphere with human interest of VIPs of all kinds, as well as the direct and indirect self-marketing in talk shows, reality shows and in the Social Web are of utmost importance. The constant focus of public interest on subjective motives, emotions and characteristics illustrates a triumphal course that had been launched in the 1950s by the rising of the tabloids, accelerated by the 1968 movement and, ever since the economisation of the media in the 1980s, has been holding its way. This first paragraph explores the causes of the intimisation of the public sphere. In the second paragraph the major interest lies in the issue of the (high) prize for such a strong focus on the private in the public sphere, because the unravelling of subjective inwardness is linked to the contrary of communication in the public sphere, e. g. to conjoint and through long experience on confidence based personal relations or interactions in professional therapeutic settings. On the one hand, communication in the public sphere suffers a substantial loss of rationality because of this, on the other hand because the other two fields of human behavior, the dealing with the objective world of facts and with the social world of norms, ethical standards, institutions and societal roles, are superimposed and replaced by the intensified personalisation and emotionalisation.

Keywords:
Intimacy, Public Sphere, Loss of Rationality, Media