Julia Barbara Köhne

Trauma im Film - eine filmwissenschaftliche Differenzierung (PDF-E-Book)

Cover Trauma im Film - eine filmwissenschaftliche Differenzierung (PDF-E-Book)

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14 Seiten, PDF-E-Book

Erschienen im Dezember 2023

Bestell-Nr.: 36521

DOI: https://doi.org/10.30820/2752-2121-2023-4-27
Kaum ein anderes Medium scheint besser geeignet, historische oder rezente traumatische Verletzungen auf individueller oder kollektiver Ebene zu visualisieren und zu speichern, zu kommunizieren und zu transformieren, als der Film. In prägnanten Performances gelingt es ihm, sichtbar und nacherlebbar zu machen, was in der psychologischen Traumaforschung bekannt ist oder erst Jahre später in theoretische Konzepte gegossen wird. In den Trauma Film Studies werden transnationale Filmkulturen seit Jahrzehnten als effektive Produzenten von aufschlussreichem Wissen zu Gewaltund Traumadiskursen ernstgenommen und wertgeschätzt. Film nimmt zirkulierendes Wissen auf und spiegelt es nach dessen Verfilmung und fantasievoller Anreicherung (›symbolisches Surplus‹) in den sozialen Körper zurück. Dabei stimuliert er die Theorieproduktion und psychotraumatologische Modelle und bereichert um neue Darstellungsund Interpretationsweisen. Film kann gesellschaftliche Problemfelder wie sexuelle Gewalt oder Täterhandeln detektieren, detabuisieren und helfen, verkrustete eurozentrische und nordamerikanische Perspektiven zu ›dekolonisieren‹. Filmwissen setzt neue Impulse für regionale und nationale Erinnerungskulturen und Identitätsbildungsprozesse und prägt Geschichtsschreibung, indem es zu kritischer Selbstreflexion einlädt.

Abstract:
Hardly any other medium seems better suited to visualizing, storing, communicating, and transforming historical or recent traumatic injuries on an individual or collective level than film. In concise performances, it succeeds in making visible and re-experienceable what is known in psychological trauma research or is only formed into theoretical concepts years later. In trauma film studies, transnational film cultures have been taken seriously and valued as effective producers of insightful knowledge about violence and trauma discourses for decades. Film absorbs circulating knowledge and reflects it back into the social body after it has been filmed and imaginatively enriched (›symbolic surplus‹). In doing so, film stimulates the production of theories and psycho-traumatological models and enriches them with new modes of representation and interpretation. Film can detect sites of social problems such as sexual violence or perpetrator action, remove taboos, and help ›decolonizing‹ encrusted Eurocentric and North American perspectives. Film knowledge sparks new impulses for regional and national cultures of remembrance and identity-formation processes, and it challenges historiography by inviting critical self-reflection.