Anthony W. Bateman, Peter Fonagy

Psychotherapie der Borderline-Persönlichkeitsstörung

Ein mentalisierungsgestütztes Behandlungskonzept

Cover Psychotherapie der Borderline-Persönlichkeitsstörung

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Buchreihe: Bibliothek der Psychoanalyse

Verlag: Psychosozial-Verlag

509 Seiten, Gebunden, 152 x 225 mm

ISBN-13: 978-3-8980-6473-6, Bestell-Nr.: 473

Aus dem Englischen von Elisabeth Vorspohl

Anthony W. Bateman und Peter Fonagy dokumentieren in ihrem ersten gemeinsamen Buch die aktuelle interdisziplinäre Erforschung der sogenannten Borderline-Persönlichkeitsstörung und beschreiben ein therapeutisches Verfahren, das sie in den vergangenen Jahren entwickelt haben. Das Krankheitsbild, das (mit steigender Tendenz) ca. 2% der Bevölkerung aufweist, ist durch Impulsivität, Identitätsstörungen, Suizidalität, Selbstverletzungen, Gefühle innerer Leere sowie durch Beziehungen charakterisiert, die extrem affektintensiv und gleichermaßen instabil sind. Die Autoren haben eine psychoanalytisch orientierte Behandlung entwickelt, die sie als »mentalisierungsgestützte Therapie« bezeichnen, und in randomisierten kontrollierten Studien nachgewiesen, dass diese Methode anderen therapeutischen Verfahren deutlich überlegen ist. Im Kontext der psychoanalytischen und psychotherapeutischen Literatur gilt das Buch, das sich an Psychoanalytiker und Psychotherapeuten, Psychiater und Vertreter anderer psychosozialer Berufe richtet, bereits jetzt als Standardwerk.

»Dieses Buch wurde sehnsüchtig erwartet.«
Glen O. Gabbard, führender Borderline-Experte und Herausgeber des Psychoanalytic Quarterly und International Journal of Psychoanalysis

Inhaltsverzeichnis

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Inhalt

John Gunderson: Vorwort

Zu den Autoren

Einführung
Ziele
Aufbau des Manuals
Kernkomponenten der Behandlung
Für wen ist das Manual bestimmt?
Die Autoren

1. Kapitel
Epidemiologische und ätiologische Studien über die Borderline-Persönlichkeitsstörung
Definition des Problems
Diagnoseverfahren
Diagnostische Schwellen
Epidemiologie
Klinisches Bild
Phänomenologisches Bild
Funktionelle Beeinträchtigung
Psychodynamisches Bild
BPS
Abwehrmechanismen
Objektbeziehungen
Komorbidität
Dimensionale Modelle der BPS
Die Naturgeschichte der BPS
Die zeitliche Stabilität der Diagnose
Der Verlauf der BPS
Studien über Mechanismen und ätiologische Faktoren
Biologische Überlegungen
Biologische Marker
Genetische Studien
Neurotransmitteranomalien
Kandidatengene
Kortikale Lokalisation
Aufmerksamkeit und Selbstkontrolliertheit
Fazit
Psychosoziale Einflüsse
Theoretische Überlegungen
Beziehung zu den Eltern
Trennung der Eltern oder Elternverlust
Familiärer Hintergrund
Anomales Elternverhalten
Kindheitstrauma und Misshandlung
Psychosoziale Ätiologiemodelle auf der Grundlage von Vernachlässigung und Trauma
Das PTBS-Modell
Das Stress-Diathese-Modell
Ein Modell multipler Pfade
Biologische Pfade der Einwirkung von extremem Stress
Kindheitstrauma als Risikofaktor für eine beeinträchtigte Hirnentwicklung
Serotoninsystem
Endogenes Opiatsystem
HPA-Achse
Anteriore cinguläre Dysfunktion
Psychische Pfade, die zwischen der BPS und extremem Stress vermitteln: die Fehlregulierung des Affekts
Bindung und BPS
Theoretische Überlegungen
Empirische Studien mit dem Erwachsenen-Bindungsinterview (AAI)
Empirische Studien mit selbstberichteten Bindungsmessungen
Zusammenfassung der empirischen Daten
Die Problematik eines einfachen Bindungsmodells
Schlussfolgerungen

2. Kapitel
Psychotherapeutische Prozess- und Ergebnisforschung
Psychotherapeutische Behandlungen
Psychoanalytische Psychotherapie
Empirische Evidenz für die mentalisierungsgestützte psychoanalytische Behandlung
Ergebnisse
Kognitiv-analytische Therapie
Kognitive Therapie
Dialektisch-behaviorale Therapie (DBT)
Behandlungen in therapeutischen Gemeinschaften
Medikamentöse Behandlungen
Antipsychotika
Antidepressiva
Stimmungsstabilisierer
Probleme der Ergebnisforschung
Randomisierung und Persönlichkeitsstörung

3. Kapitel
Ein mentalisierungsgestütztes Verständnis der Borderline-Persönlichkeitsstörung
Die Entwicklungsgrundlagen der Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS)
Die Relevanz des bindungstheoretischen Ansatzes
Optimale Selbstentwicklung in einem sicheren Bindungskontext
Frühe Phasen der Entwicklung des Selbst
Die Sensibilität des Säuglings für soziale Kontingenz
Die teleologische Haltung
Das Selbst als intentionaler und repräsentationaler Urheber
Spiegelung durch die Mutter und die Entwicklung von Konzepten mentaler Zustände
Psychische Äquivalenz und Als-ob-Modus
Mentalisierung
Reflexionsfunktion und Bindung
Die neurologische Grundlage des Mentalisierens
Die Konsequenzen einer unsicheren Basis
Gescheitertes Spiegeln
Fehlende Verspieltheit
Beeinträchtigte Affektrepräsentation und Aufmerksamkeitskontrolle
Desorganisation der Bindung
Die Verankerung des »fremden Selbst«
Das kontrollierende innere Arbeitsmodell (IWM)
Die Folgen eines Bindungstraumas
Scheitern der Mentalisierung
Veränderungen des Arousal»schalters«
Psychische Äquivalenz, Scham und teleologische Haltung
Mentalisierungsunfähigkeit – dem »fremden Selbst« preisgegeben
Interpersonale Beziehungen und Übertragung
Selbstverletzung
Suizid
Impulsive Gewaltakte
Fallbeispiel
Das Trauma erinnern
Schlussfolgerung

4. Kapitel
Aktuelle Modelle zur Behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung
Übertragungsfokussierte Psychotherapie (TFP)
Evaluation
Dialektisch-behaviorale Therapie
Dialektik
Emotionale Fehlregulation
Mentalisierung und Achtsamkeit
Praxis
Kognitiv-behaviorale Therapie
Kognitiv-analytische Therapie
Reziproke Rollen
Reformulierung und Deutung
Psychodynamisch-interpersonale Therapie
Therapeutische Gemeinschaften
Andere nordamerikanische Ansätze
Andere europäische Ansätze
Mentalisierung: das gemeinsame Thema psychotherapeutischer Konzeptualisierungen der Borderline-Persönlichkeitsstörung
Schlussfolgerung

5. Kapitel
Behandlungsorganisation
Einleitung
Versorgungsmodelle
Ein-Team-Modell
Behandlungskontext
Behandlungsrichtlinien
Die Behandlungsprogramme
Mitarbeiter
Die Auswahl der Mitarbeiter
Merkmale der Ausbildung
Das Team
Der Hauptansprechpartner oder zuständige Therapeut
Der verantwortliche Psychiater
Diagnose
Den Patienten für die Behandlung engagieren
Aufnahmeverfahren
Bereitstellung von Information
Klärung der zentralen, vom Patienten benannten Probleme
Erklärung des Behandlungsansatzes und seiner Relevanz für die Probleme
Informationen über Einzel- und Gruppentherapie und deren Veränderungspotential
Erläuterung der Schweigepflicht
Klärung bestimmter Grundregeln
Gewalt
Drogen und Alkohol
Sexuelle Beziehungen
Stabilisierende soziale Aspekte der Versorgung
Sicherstellung der Erreichbarkeit des Patienten
Klare Zielvereinbarungen
Definition und Vereinbarung der Rollen von Therapeuten, Betreuern und anderen Personen, die für den Patienten zuständig sind
Anamnese
Interpersonales Verhalten und enge Beziehungen
Frühere Behandlungen und ihre Ergebnisse
Bildung eines Beziehungs- und Arbeitsbündnisses
Empathie und Validierung
Verlässlichkeit und Bereitschaft, zuzuhören
Dynamische Formulierung
Beispiel für eine Formulierung
Expressive Therapien
Allgemeine strategische Empfehlungen
Organisation
Spezielle Empfehlungen
Häufige Probleme
Abbrüche
Stationäre Versorgung
Unterstützung des Teams
Teammoral
Supervision
Care Programme Approach (CPA)
Adhärenz
Schlussfolgerungen

6. Kapitel
Übertragbare Organisationsmerkmale des MBT-Modells
Struktur
Prinzip
Rationale
Grenzverletzungen
Implementierung
Konsistenz, Konstanz und Kohärenz
Prinzip
Rationale
Implementierung
Beziehungsfokus
Prinzip
Rationale
Implementierung
Flexibilität
Prinzip
Rationale
Implementierung
Intensität
Prinzip
Rationale
Implementierung
Individueller Versorgungsansatz
Prinzip
Rationale
Implementierung
Medikation
Prinzip
Rationale
Implementierung
Zusammenfassung der Leitlinien für die psychopharmakologische Behandlung
Integration der verschiedenen Therapiemodalitäten
Schlussfolgerungen

7. Kapitel
Behandlungsstrategien
Verbesserung der Mentalisierung
Schließen der Lücken
Übertragung
Aufrechterhaltung psychischer Nähe
Gegenübertragung
Die Arbeit mit aktuellen psychischen Zuständen
Verwendung von Metaphern, Konfliktbearbeitung und die Deutung der unbewussten Phantasie
Berücksichtigung der Defizite
Reale Beziehungen
Die Arbeit mit Erinnerungen
Hyperaktive Mentalisierung und Als-ob-Modus
Schlussfolgerungen

8. Kapitel
Behandlungstechniken
Identifizierung und angemessene Äußerung des Affekts
Allgemeine Prinzipien
Rationale
Allgemeine strategische Empfehlungen für die Identifizierung von Affekten
Einzelsitzung
Gruppenpsychotherapie
Impulskontrolle
Allgemeine Prinzipien
Rationale
Allgemeine strategische Empfehlung für den Umgang mit beeinträchtigter Impulskontrolle
Suizidversuche und Selbstverletzungen
Suizid
Selbstverletzung
Einzeltherapie
Gruppentherapie
Andere schwierige Affektzustände
Allgemeine Prinzipien
Rationale
Allgemeine strategische Empfehlungen
Aggression im Zusammenhang mit paranoider Angst
Einzelsitzung
Gruppentherapie
Passive Aggression
Einzelsitzung
Gruppentherapie
Neid
Einzelsitzung
Gruppentherapie
Idealisierung
Einzelsitzung
Gruppentherapie
Sexuelle Anziehung
Einzelsitzung
Gruppentherapie
Hass und Verachtung
Einzelsitzung
Gruppentherapie
Liebe und Bindung
Einzelsitzung
Gruppentherapie
Entwicklung stabiler Repräsentationssysteme
Allgemeine Prinzipien
Rationale
Allgemeine strategische Empfehlungen
Einzel- und Gruppensitzungen
Primäre Überzeugung werden identifiziert und mit Affekten in Verbindung gebracht
Identifizierung und Verständnis sekundärer Überzeugungszustände
Erforschung von Wünschen, Hoffnungen, Befürchtungen und anderen Motivationszuständen
Einzeltherapie
Gruppentherapie
Aufbau eines kohärenten Selbstgefühls
Allgemeine Prinzipien
Rationale
Allgemeine strategische Empfehlungen
Einzeltherapie
Gruppentherapie
Entwicklung der Fähigkeit, sichere Bindungen aufzubauen
Allgemeine Prinzipien
Rationale
Allgemeine strategische Empfehlungen
Einzeltherapie
Gruppentherapie
Schlussfolgerungen

9. Kapitel
Implementierung
1. Schritt: Untersuchen Sie Ihren Arbeitskontext, identifizieren Sie Ihre Fähigkeiten und Ihre Art zu praktizieren und prüfen Sie Ihre Ressourcen
Kontext
Fähigkeiten
Prüfung der Ressourcen
2. Schritt: Führen Sie Organisationsprinzipien ein
Struktur
Klarheit
Konsistenz
Beziehungsfokus
Intensität
Medikation
3. Schritt: Modifizieren Sie die Ziele und Techniken ihrer derzeitigen Praxis
Identifizieren Sie iatrogene Aspekte Ihrer derzeitigen Praxis
Erweitern Sie nach und nach das Mentalisierungspotential, um iatrogene Techniken zu ersetzen
4. Schritt: Implementierungsverfahren für den Umgang mit schwierigem Verhalten
5. Schritt: Ständige Evaluierung Ihrer Praxis
Therapieadhärenz
Systemadhärenz
Wahrnehmung der Behandlung durch die Patienten
Anhang 1: Suizid- und Selbstverletzungsfragebogen
Anhang 2: Ausbildungsmaterial
Anhang 3: Krisenplan
Anhang 4: Messung der MBT-Adhärenz und -Kompetenz
Anhang 5: Text der Broschüre »Das Intensive Ambulante Programm (IOP)«
Anhang 6: Fragebogen »Patientenfeedback nach der Aufnahme«

Literatur
Namen- und Sachregister

Rezensionen

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www.medizin-im-text.de

Rezension von Dunja Voos

»Dieses Buch ist ein echter Happen. Es nimmt den Leser mit auf die Reise durch die psychoanalytische Entwicklungspsychologie, durch die Borderline-Theorien und die verschiedenen Therapieformen. Jeder, der verstehen möchte, wie ein Kind sein eigenes ›Selbst‹ begreift und warum manche Menschen nur ausgeglichen leben können, wenn andere sie schlecht behandeln, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen.…« [mehr]

Zeitschrift für Transaktionsanalyse 27(2) 2010

Rezension von Ulrike Müller

»Das Buch schließt mit einem reichhaltigen Anhang, sowohl mit Material zum Selbststudium des Therapeuten als auch mit Fragebögen zu einschlägigen Problemfeldern der Borderline-Patienten…« [mehr]

Zeitschrift für Individualpsychologie

Rezension von Dr. Josef Brockmann

»Mein Fazit: Dieses Buch ist (ebenso wie die beiden Autoren) ein Glücksfall für die Psychoanalyse. Die deutsche Übersetzung des Buches erschien im März 2008 nach langem Warten – und mindestens zwei weitere zu diesem Thema (Allen et al. 2006; Bateman et al. 2006) warten auf ihre Übersetzung…« [mehr]