Traude Ebermann

Sexualität in der Imagination - Blumige Muschelgeschichten

Über die Wirksamkeit von Motiven der Katathym Imaginativen Psychotherapie. Eine qualitative Studie

Cover Sexualität in der Imagination - Blumige Muschelgeschichten

EUR 44,90

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Buchreihe: Forschung Psychosozial

Verlag: Psychosozial-Verlag

472 Seiten, Broschur, 148 x 210 mm

Erschienen im Februar 2019

ISBN-13: 978-3-8379-2830-3, Bestell-Nr.: 2830

Mit Vorworten von Klaus Ottomeyer und Jutta Menschik-Bendele

Die Katathym Imaginative Psychotherapie (KIP) ist eine tiefenpsychologische Psychotherapiemethode, in deren Rahmen angeleitete Fantasiereisen, sogenannte Imaginationen, zum Einsatz kommen. Ausgehend von einer feministischen Kritik an den Standardmotiven der KIP zur Sexualität und der damit einhergehenden Reproduktion traditioneller Geschlechterkonstruktionen untersucht Traude Ebermann den Einfluss des neuen Motivs »Die Muschel« auf die Repräsentationen des Sexuellen und der eigenen Sexualität bei der Imagination und im Übertragungs-Gegenübertragungsgeschehen. Die Studie regt zu einem erweiterten Verständnis von Sexualität an. Introjekte männlich konnotierter Sexualität bei den Frauen ebenso wie weiblich konnotierte Sexualität bei den Männern wird nachgewiesen. Das Freud’sche Triebkonzept einer den Geschlechtern zugrunde liegenden psychischen Bisexualität und die zunehmende Öffnung hinsichtlich Fluidität wird damit bestätigt.

Die sexuelle Orientierung der Interviewten bei der Wahl von Liebespartner_innen umfasst Homosexualität, Heterosexualität und Transsexualität. Zur Veranschaulichung der Wirksamkeit von Motivvorgaben stellt Ebermann ergänzend zwei kurze Fallvignetten aus der psychotherapeutischen Arbeit vor. Bildhafte Assoziationen aus der Kulturgeschichte zur Thematik schließen ihre Studie ab.

Inhaltsverzeichnis

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Eine Einladung »durch die Blume«

Vorworte

1 Einführung in das Thema
1.1 Einleitung
1.2 Forschungsinteresse
1.3 Forschungsvorhaben
1.4 Forschungsziel und -fragen

2 Theoretischer Teil

2.1 Imagination in der Katathym Imaginativen Psychotherapie (KIP)
2.1.1 Narrative
2.1.2 Standardmotive in der KIP

2.2 Das neue Motiv »Die Muschel« – Symbol für (weibliche) Sexualität
2.2.1 Weiblichkeitssymbole in der Kulturgeschichte
2.2.2 Psychodynamische Überlegungen zum Motiv

2.3 Sexualität und das Sexuelle
2.3.1 Sexualität und Geschlecht in der KIP
2.3.2 Weibliche Sexualität und Psychoanalyse
2.3.3 Freuds Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie
2.3.4 Jean Laplanche und die allgemeine Verführungstheorie
2.3.5 Sexualität und Geschlecht

3 Psychotherapeutische Werkstatt
3.1 Xenia – eine Fallvignette
3.2 Susanna – eine Fallvignette

4 Empirischer Teil
4.1 Methodische Herangehensweise
4.1.1 Ein historischer Abriss
4.1.2 Wissenschaftsdiskurs der Gegenwart

4.2 Qualitative Sozialforschung
4.2.1 Das Qualitative Interview
4.2.2 Tiefenhermeneutische Textinterpretation

4.3 Probeinterview Alexander: »Lebendige Muscheln treffe ich nicht so oft.«
4.3.1 Erstkontakt, Akquirierung, Erstinterview
4.3.2 Probe-Imagination »Eine Blume«
4.3.3 Imagination »Eine Muschel«
4.3.4 Übertragungs-Gegenübertragungsgeschehen

5 Blumige Muschelgeschichten
Zehn Fallgeschichten: Sechs Frauen, vier Männer

5.1 Johanna: »Wenn man sie [die Muschel] nur ein ganz kleines bisschen öffnet, dann zerbricht sie nicht.«
5.1.1 Erstes Interview
5.1.1.1 Probe-Imagination »Eine Blume«
5.1.1.2 Imagination »Eine Muschel«
5.1.2 Nachgespräch
5.1.2.1 Bedeutung des Motivs »Eine Blume«
5.1.2.2 Bedeutung des Motivs »Eine Muschel«

5.2 Lily: »Lieber sein lassen und schön sein lassen, als zu schnell irgendetwas sein.«
5.2.1 Erstes Interview
5.2.1.1 Probe-Imagination »Eine Blume«
5.2.1.2 Imagination »Eine Muschel«
5.2.2 Nachgespräch
5.2.2.1 Bedeutung des Motivs »Eine Blume«
5.2.2.2 Bedeutung des Motivs »Eine Muschel«

5.3 Hanna: »Wie ist die Muschel dorthin gekommen? Hat sie jemand mitgenommen oder verloren?« 5.3.1 Erstes Interview
5.3.1.1 Probe-Imagination »Eine Blume«
5.3.1.2 Imagination »Eine Muschel«
5.3.2 Nachgespräch
5.3.2.1 Bedeutung des Motivs »Eine Blume«
5.3.2.2 Bedeutung des Motivs »Eine Muschel«

5.4 Melissa: »Tauchen. Entdecken, was ganz tief unten liegt, das Verborgene, was die Natur dort unten entstehen lässt«
5.4.1 Erstes Interview
5.4.1.1 Probe-Imagination »Eine Blume«
5.4.1.2 Imagination »Eine Muschel«
5.4.2 Nachgespräch
5.4.2.1 Bedeutung des Motivs »Eine Blume«
5.4.2.2 Bedeutung des Motivs »Eine Muschel«

5.5 Ulrike: »Es ist ein Kreuz mit der Fruchtbarkeit.«
5.5.1 Erstes Interview
5.5.1.1 Probe-Imagination »Eine Blume«
5.5.1.2 Imagination »Eine Muschel«
5.5.2 Nachgespräch
5.5.2.1 Bedeutung des Motivs »Eine Blume«
5.5.2.2 Bedeutung des Motivs »Eine Muschel«

5.6 Dima: »Ich will lieber dazu gehören als lebendig sein.«
5.6.1 Erstes Interview
5.6.1.1 Probe-Imagination »Eine Blume«
5.6.1.2 Imagination »Eine Muschel« 2
5.6.2 Nachgespräch
5.6.2.1 Bedeutung des Motivs »Blume«
5.6.2.2 Bedeutung des Motivs »Muschel«

5.7 Hermes: »Eine Muschel verzeiht nichts. Bei unsanfter Berührung macht sie zu.«
5.7.1 Erstes Interview
5.7.1.1 Probe-Imagination »Eine Blume«
5.7.1.2 Imagination »Eine Muschel«
5.7.2 Nachgespräch
5.7.2.1 Bedeutung des Motivs »Eine Blume«
5.7.2.2 Bedeutung des Motivs »Eine Muschel«

5.8 Nin: »Ich würde gerne kurz kein Bild mehr sein. Auch sagen, danke, dass du hingeschaut hast.«
5.8.1 Erstes Interview
5.8.1.1 Probe-Imagination »Eine Blume«
5.8.1.2 Imagination »Eine Muschel«
5.8.2 Nachgespräch
5.8.2.1 Bedeutung des Motivs »Blume«
5.8.2.2 Bedeutung des Motivs »Muschel«

5.9 Christian: »Eine Muschel finden ist das Glück finden. So ein Kinderglück.«
5.9.1 Erstes Interview
5.9.1.1 Probe-Imagination »Eine Blume«
5.9.1.2 Imagination »Eine Muschel«
5.9.2 Nachgespräch
5.9.2.1 Bedeutung des Motivs »Blume«
5.9.2.2 Bedeutung des Motivs »Muschel«

5.10 Venus: »Sprechen beeinflusst offensichtlich das, was nicht zu sehen ist.«
5.10.1 Erstes Interview
5.10.1.1 Probe-Imagination »Eine Blume«
5.10.1.2 Imagination »Eine Muschel«
5.10.2 Nachgespräch
5.10.2.1 Bedeutung des Motivs »Eine Blume«
5.10.2.2 Bedeutung des Motivs »Eine Muschel«

6 Zusammenfassende Ergebnisse
6.1 Schlussfolgerungen aus den »Blumigen Muschelgeschichten«
6.2 Forschungsergebnisse, Ausblick oder: Wie die Suche nach einem Motiv für Sexualität
zum Sexuellen im Motiv führte

Anhang
Freie Assoziationen zu »Blumigen Muschelgeschichten«
Abbildungsnachweise
Literatur
Legende zur besseren Lesbarkeit der Fallgeschichten
Abkürzungen
Demografie-Datenblatt
Demografie
Interviews
Kurzfassung

Rezensionen

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www.frauenberatenfrauen.de

Rezension von Bettina Zehetner

»Traude Ebermanns präzise und kreative Arbeit stellt einen wichtigen Beitrag emanzipatorischer Psychotherapieforschung dar. Ihre mit größter wissenschaftlicher Genauigkeit erarbeitete Studie macht patriarchale Grundmuster bewusst und inspiriert dazu, diese in Richtung von mehr Denk- und Handlungsfreiheit für alle Geschlechter und einer Haltung des ›offenen Gender‹ (Angelika Grubner) in der Psychotherapie zu überwinden. Besonders gelungen ist die gute Lesbarkeit des Textes – es ist eine Freude, sich den blumigen Muschelgeschichten in der bunten Vielfalt der hetero-, homo- und transsexuell orientierten Protagonist_innen zu widmen. Die Studie regt zu einem erweiterten Verständnis von Sexualität an, indem sie Introjekte männlich konnotierter Sexualität bei Frauen ebenso wie weiblich konnotierte Sexualität bei Männern nachweist. Die grundlegende psychische Bisexualität und der polymorph-perverse Charakter menschlicher Sexualität wird an vielen Bildern sichtbar und eröffnet ein Universum der lustvollen Beschäftigung mit Symbolisierungsprozessen. Besonders spannend für den feministischen Blick: Die Konstrukte von Weiblichkeit und Männlichkeit beginnen sich in den Imaginationsreisen aufzulösen und zu vervielfältigen, unterwegs zu einer Fluidität von Geschlecht…« [mehr]