Anne-Lise Stern

Früher mal ein deutsches Kind

Auschwitz, Geschichte, Psychoanalyse

Cover Früher mal ein deutsches Kind

EUR 39,90

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Buchreihe: Haland & Wirth

Verlag: Psychosozial-Verlag

377 Seiten, Broschur, 148 x 210 mm

Erschienen im Juli 2020

ISBN-13: 978-3-8379-2874-7, Bestell-Nr.: 2874

Mit einem Vorwort von Nadine Fresco und Martine Leibovici sowie einem Nachwort zur deutschen Ausgabe von Ellen Reinke
Aus dem Französischen von Ellen Reinke

»Die Kinder haben ein Recht auf einen neuen Anfang« prägt als Kernaussage Anne-Lise Sterns Œuvre: von ihren »Texten der Rückkehr« nach ihrer Deportation nach Auschwitz-Birkenau über ihre Vortragstexte ab 1979 als Zeitzeugin und Kinderpsychoanalytikerin bis hin zu späteren Vorträgen. Mit ihrem »Wissen einer Deportierten«, mit ihrer »Lektüre-Montage-Vorstellung« und mit ihrem ergreifend szenischen Schreibstil, der bei aller Tragik ihren spezifischen Humor immer wieder durchblitzen lässt, gibt sie ihrer Leserschaft Zeugnis von der Wirklichkeit und den Nachwirkungen der Judenverfolgung. Sie rechnet mit niemandem ab, sie verurteilt niemanden, aber sie entlässt auch niemanden aus der Verantwortung für die Erinnerung.

Inhaltsverzeichnis

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Ein tätiges Leben
Nadine Fresco & Martine Leibovici

Texte der Rückkehr (1945)
Zurück
Ans Schreiben
Drancy – Abfahrt – Ankunft
Ein Wendepunkt
Im Viehwaggon – Es geht zurück
Ankunft in Theresienstadt

Die Deportationserfahrung
Sei Deportierte und bezeuge!
Gastliches Frankreich – Hospiz-Szenen – Inkubation
Das »Kind« – Was heißt das?
Straßburg, September 1968
Vorsicht: Psy-Falle!
Markt der Süchtigen
Psy: Begriff oder patentwürdiges Akronym?
Lunge – Wo Es war: weiss
An Ernst Freud-Halberstadt, vertrauliche Erinnerungen an seine Cousine Eva
Zu Anna Freud
Umleitung
Deren Kino
Auschwitz mit der Psychoanalyse »verbinden«?
Der Schal
Für Chaim Vidal Sephiha
Ei warum, ei darum
Geschichte, Histörchen
Herbstlaub
Eine Fehlhandlung der SS
9. November 1938–9. November 1989
Zwei Erinnerungen
Schicksalsfügung (Geschick) – Schicksalsweg (geschickt)
Nadelstiche: Das Leben ist schön
Passage, vom Lager zu Lacan. Berlin
Lesbares
Übersetzen?
Himmelbett
Reste

»Lektüre-Montage«
Im »Maison des sciences de l’homme« – Auszüge 1999–2001

Zeit der Kirschen

Textnachweise

Danksagungen

Verbindungslinien und Brüche
Nachgedanken zu den Szenen und Texten von Anne-Lise Stern
Ellen Reinke

Anmerkungen

Rezensionen

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Junge Welt, 11. September 2020

Rezension von Christiana Puschak

»Sowohl als Reaktion auf das öffentliche Auftreten von Leugnern des Holocaust kann Anne-Lise Sterns Werk gelesen werden wie auch als Zeugnis der Wirklichkeit und der Nachwirkungen der Judenverfolgung auf das Individuum. Es reiht sich in die Erinnerungsliteratur von Ruth Klüger, Ginette Kolinka und Simone Veil ein, die das Grauen erfahrbar machen…«