Olaf Knellessen, Reimut Reiche

Kreuzungen. Eine Analyse von »21 Grams« anhand formaler Elemente

Psyche, 2007, 61(12), 1211-1225

Cover Kreuzungen. Eine Analyse von »21 Grams« anhand formaler Elemente

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Verlag: Klett Cotta/Psychosozial-Verlag

15 Seiten, Geheftet

Erschienen im Januar 2007

Bestell-Nr.: 51093

Es ist ein oft beschriebenes Paradox, dass in dem historischen Moment, da die bildenden Künste die Zentralperspektive wieder zerlegt und sich von ihr abgewandt haben, diese vom Film übernommen wurde, der dann mit genau dieser Perspektive zum künstlerischen Leitmedium wurde. Von Anfang an gab es jedoch auch politische und Stilrichtungen im Film, die den imperialen Zwang der zentralperspektivischen Raumkonstruktion und ihre illusionsstiftende Ausrichtung auf den magisch-omnipotenten Betrachter unterliefen und gegen diesen Zwang ihre eigene ästhetische Linie gesetzt haben. Im filmtheoretischen Diskurs werden diese Richtungen auch als Maßnahmen gegen den Raum bezeichnet. In Analogie zu diesem Begriff sehen die Autoren im Film 21 Grams von Iñárritu eine Maßnahme gegen die Zeit. Darum könne dieser Film auch nicht, ohne ihm Gewalt anzutun, im konventionellen Zeit-Narrativ nacherzählt werden. Um dem Rechnung zu tragen, wählen sie das methodische Verfahren, das auch im psychoanalytischen Erstinterview favorisiert wird. Sie beginnen radikal mit der Rekonstruktion der ersten Szenen des Films und konzentrieren sich dabei formal auf die Verbindungen, die sich aus den Schnitten ergeben. (c) Psyindex.de 2009 alle Rechte vorbehalten