Anna Kathleen Bailey

Verlust: Ein vernachlässigtes Thema in der Forschung zur außerfamiliären Betreuung

Psyche, 2008, 62(2), 154-170

Cover Verlust: Ein vernachlässigtes Thema in der Forschung zur außerfamiliären Betreuung

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Verlag: Klett Cotta/Psychosozial-Verlag

Erschienen im Januar 2008

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Anhand teilnehmender Beobachtung und vor dem Hintergrund der psychoanalytischen Theorie wird dem Erleben und den Anpassungsprozessen von vier Kleinstkindern nachgegangen, die im Alter zwischen fünfeinhalb und zehn Monaten in eine hochqualifizierte institutionelle Tagesbetreuung gegeben wurden. Aus der Analyse der Untersuchungsdaten ergibt sich ein mögliches Erklärungsmodell, das vier Phasen des Anpassungsprozesses der Kinder und sieben Faktoren beschreibt, die diesen Prozess beeinflussten. Es zeigte sich, dass alle Kinder - ungeachtet der hohen Qualität der Betreuung - eine Reihe von Verlusterfahrungen unterschiedlicher Art machten, die in jedem Fall das Sicherheitsgefühl sowohl des Kindes als auch das seiner Eltern erschütterten und den Anpassungsprozess vorübergehend durcheinander brachten. Eine gesunde Anpassung an die Tagesbetreuung konnte erst wieder in Gang kommen, wenn die Verlusterfahrungen in ausreichendem Maß durch die Bezugsperson und/oder durch einen entwicklungsmäßigen Fortschritt aufgefangen (contained) worden waren. Damit ergibt sich ein Zusammenhang zwischen Bions Konzept des containment und Bowlbys Bindungstheorie: Die Befunde zeigen, dass das containment eine Vorbedingung für die Entstehung von Bindungen und eines Sicherheitsgefühls ist und dass Kinder Bindungsfiguren brauchen, um mit der geschützten Erkundung ihrer Welt fortfahren zu können. (c) Psyindex.de 2009 alle Rechte vorbehalten