Andreas Bilger

Problem »Feuchtgebiete«. Zwischen Hemmung und Offenheit, Takt und Obszönität: Sprechen über das Körperliche und Anstößige (PDF-E-Book)

Psychoanalyse im Widerspruch 45 (2011), 63-85

Cover Problem »Feuchtgebiete«. Zwischen Hemmung und Offenheit, Takt und Obszönität: Sprechen über das Körperliche und Anstößige (PDF-E-Book)

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Verlag: Psychosozial-Verlag

23 Seiten, PDF-E-Book

Erschienen im Juni 2011

Bestell-Nr.: 22020

Feuchtgebiete, der »Roman« von Charlotte Roche, war ein Bestseller, der Kontroversen darüber auslöste, ob man so anstößig erzählen, schreiben und lesen darf, ob Psychoanalytiker sich damit beschäftigen dürfen. Die »Feuchtgebiete«, das Körperliche, das Anstößige, das Anale und Sexuelle sind ein Problembereich in der Psychotherapie, in der Psychoanalyse. Wie denken und kommunizieren, wie sprechen wir zwischen Hemmung und Offenheit, Takt und Obszönität, Echtheit und Anstand. Kann man sich, über 100 Jahre nach Hirschfeld und Freud, für die »Feuchtgebiete« interessieren, ohne in Sexismusoder Voyeur-Verdacht zu geraten? Eine der zentralen Entdeckungen der Psychoanalyse war es, wie einflußreich für die Entwicklung und von welch starker pathogener Potenz die intimen Erfahrungen und Geheimnisse von Lust, Ekel, Scham sind. Nachdem der Körper seit der Entdeckung der Fallstricke der Übertragung aus der psychoanalytischen Behandlung gedrängt wurde (»nur … der Austausch von Worten«) in eine Zone, mit der sich andere beschäftigen sollten, scheint er in der Psychoanalyse wieder angekommen zu sein. Wir Psychoanalytiker können uns dem »Feuchten« in der Behandlung nicht ohne Schaden entziehen. Wie sprechen wir darüber? Bedrängen uns gegenwärtige Phänomene der Kultur, der Medien und Moden? Oder helfen Sie uns dabei, wenn wir sie nicht tabuisieren? Aus Überlegungen zum Körperbild und der Sexualität, zum Buch von Charlotte Roche und zu einer psychoanalytischen Fallgeschichte ergeben sich einige Thesen zum Deuten und Sprechen über Obszönes im psychoanalytischen Dialog.

Abstract:
Feuchtgebiete, Wetlands, the novel by Charlotte Roche, was a bestseller, creating controversies on the obscene writing, reading, talking. Are the Wetlands, the bodily, the indecent and offensive, the Anal and sexual zones subjects of talking cure, in psychotherapy, in sychoanalysis? How do we psychoanalysts think and communicate torn between inhibition and openness, between tact and obscenity, authenticity and educated correctness (good behaviour). Is it allowed to be interested in »wetlands« a hundred years after Hirschfeld und Freud, without suspicion of being voyeuristic or sexistic? One of the central discoveries of psychoanalysis was and is, how important and influential the intimate experiences and secrets of lust, disgust, and related affects and fantasies, and shame, are for human development and of pathogenic potential. After the body was diplaced more or less from psychoanalytic treatment since the »discovery« of transference and its dangerous vicissitudes, (»only the exchange of words«, »talking cure«), into an area with which others should be occupied with, nowadays it seems, that the body did arrive again in psychoanalysis. Psychoanalysts can not avoid the humid, the »wetlands« in treatment, without damaging their aim and task. How do we talk, how do we talk about it? Do contemporary phenomena in culture, in fashion, in society bother us, or do they help us in coping with our tasks if we do not taboo or fear them? Starting from reflections about body image and sexuality around the novel by Charlotte Roche and its reception, the author discusses a psychoanalytic case vignette and ends by some ideas and theses about acting, speaking and interpretation of bodily and obscene facts and topics in the psychoanalytic dialogue, to help towards integration and solution of problem areas like »wetlands«.