Hannah Piterman

»Wenn du nicht für uns bist, dann bist du gegen uns«. Der vorherrschende Diskurs in der Gesundheitsfürsorge (PDF-E-Book)

Freie Assoziation 2004, 7(2), 43-63

Cover »Wenn du nicht für uns bist, dann bist du gegen uns«. Der vorherrschende Diskurs in der Gesundheitsfürsorge (PDF-E-Book)

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Verlag: Psychosozial-Verlag

21 Seiten, PDF-E-Book

Erschienen im Juni 2004

Bestell-Nr.: 21030

Die der klinischen Medizin und der klinischen Epidemiologie entstammenden empirischen Ansätze gewinnen im Bereich der Gesundheitsfürsorge immer mehr an Bedeutung und bilden mittlerweile die Grundlage für viele gesundheitspolitische Entscheidungen. In diesem Beitrag wird dargelegt, dass in der öffentlichen Debatte ein Bedeutungswandel der Empirie von einem nützlichen »Werkzeug« hin zu einer »Quasi- Religion« stattgefunden hat. Die empirisch gestützte Praxis hat ohne Zweifel ihren Wert. Wird sie jedoch idealisiert, so führt dies zu einer Politisierung und Frontenbildung, die den möglichen Nutzen, den man mit einem Konzept der empirisch gestützten Praxis verbindet, wieder zunichte macht. Während vielfältige Bemühungen unternommen worden sind, die Widerstände gegen die Übernahme der Empirie in die Praxis zu verstehen und bedeutende Fortschritte in der Anerkennung der Komplexität der Gesundheitsfürsorge gemacht worden sind, hat sich ein Verständnis der empirisch gestützten Praxis als ein Werkzeug und nicht als eine Lösung bedauerlicherweise noch nicht durchgesetzt. Das Gesundheitswesen ist ein hoch komplexes Unternehmen und macht es erforderlich, dass neben aller Rationalität auch das emotionale Erleben als ein Mittel zum Verstehen sozialer Situationen Anerkennung findet. In diesem Beitrag wird der Versuch unternommen, die Widerstände gegen die empirisch gestützte Praxis dadurch besser zu verstehen, dass die bewusste und unbewusste Dynamik in den Blick genommen wird, die dazu geführt hat, dass die empirisch gestützte Praxis diesen überhöhten Autoritäts-Status als ein Werkzeug für gesundheitspolitische Entscheidungen erlangt hat. »Empirische Medizin ist sowohl politisch wie ideologisch zu einem heißen Eisen geworden. Alle Kliniker sehen sich einem Druck ausgesetzt, eine Loyalitätserklärung entweder zugunsten der ›harten Wissenschaft‹ der klinischen Epidemiologie oder zugunsten traditioneller Werte eines persönlichen Mitgefühls und einer patientenzentrierten Medizin abzugeben.« (Smith and Taylor 1996, S. 105 in: Greenhalgh and Worrall 1997).

Abstract:
Evidence–based approaches to health care decision making, originating in clinical medicine, and clinical epidemiology are assuming increasing significance as the concept disseminates through the broader healthcare field. The paper argues that the elevation of evidence from ›tool kit‹ to ›quasi-religion‹ is stymieing debate. While evidence-based-practice has its place, when it becomes idealised, politicisation and consequent bifurcation result, usurping the potential benefits that are associated with a ›contained‹ concept of evidence-based-practice. While increased efforts have been made to understand the barriers to the uptake of evidence, and significant progress has been made in appreciating the complexity of the health care system, a common-sense understanding of evidence-based practice as a tool rather than a solution is regrettably uncommon. Healthcare is a highly complex enterprise and requires the capacity to transcend rationality and embrace the road to understanding through the experience of emotion. In this paper I seek to progress the understanding of the resistance to EBP by exploring conscious and unconscious dynamics associated with its ›authority‹ status as a tool of policy and politics.